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Windows Live® Suchergebnisse Helmuth PlessnerEnzyklopädieartikel
Helmuth Plessner (1892-1985), deutscher Philosoph, Anthropologe und Soziologe. Er gilt neben Max Scheler als Begründer der philosophischen Anthropologie. Plessner wurde am 4. September 1892 in Wiesbaden geboren und studierte zunächst Medizin und Zoologie, bevor er zur Philosophie überwechselte. 1916 promovierte Plessner, habilitierte sich vier Jahre später und wurde 1926 Professor für Philosophie an der Universität Köln. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte Plessner 1933 in die Niederlande, wo er 1943 untertauchen musste. Nach 1945 war er Professor in Groningen, ab 1952 Inhaber des neu gegründeten Lehrstuhles für Soziologie an der Universität Göttingen. 1962 zog er in die Schweiz in die Nähe von Zürich. Er starb am 12. Juni 1985 in Göttingen. Zu Plessners bekanntesten Werken zählen Die verspätete Nation (1935 und 1959), eine Analyse der sozioökonomischen und geistesgeschichtlichen Wurzeln des Nationalsozialismus, und seine Studie über Lachen und Weinen (1941). In seinem Hauptwerk Die Stufen des Organischen und der Mensch (1928) entwickelt Plessner den Grundsatz seiner Anthropologie: Im Gegensatz zu dem des Tieres ist das Wesen des Menschen exzentrisch. Er ruht nicht im Zentrum seines Seins, sondern kann und muss zu sich selbst und zur Außenwelt weltoffen Stellung beziehen. In diesem Sinn definierte Plessner das menschliche Dasein als das „leere Hindurch der Vermittlung”. Weitere Werke des Philosophen sind Die Einheit der Sinne (1932), Macht und menschliche Natur (1931), Zwischen Philosophie und Gesellschaft (1953), Conditio humana (1964), Diesseits der Utopie (1966) und Philosophische Anthropologie (1970).
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