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ProsaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Durch eigenständige Verarbeitung antiker Vorbilder schuf die italienische Renaissance eine neuzeitliche Prosaform (Alberti, Machiavelli, Bembo, Vasari). Einen früheren Höhepunkt der Erzählprosa stellt Boccaccios zwischen 1348 und 1353 entstandener Novellenzyklus Il Decamerone (1470) dar. Den Italienern ebenbürtig waren seit dem 16. Jahrhundert die spanischen Prosaisten: Mit Miguel de Cervantes’ Don Quijote (1605-1615) entstand hier der erste Prosaroman. Parallel dazu entwickelte sich die französische Prosa (Francois Rabelais, Gargantua und Pantagruel, 1532-1564; Michel de Montaigne, Essays, 1580-1595). Im 17. Jahrhundert trat Blaise Pascal mit seiner philosophischen Prosa hervor. Die deutsche Kunstprosa fand im Barock Anschluss an das restliche Europa. Maßgebend hierbei waren Grimmelshausen (Simplicissimus) und Philipp von Zesen. Von nun an gewann die Prosa in der Epik eine dominierende Stellung. So verdrängte seit dem 18. Jahrhundert der Prosaroman das Versepos. Auch fand die Prosa Eingang in die Dramatik (Gotthold Ephraim Lessing), wo sie schließlich zur vorherrschenden Sprachform wurde.
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