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Windows Live® Suchergebnisse PyrethroideEnzyklopädieartikel
Pyrethroide, künstlich hergestellte (synthetische) chemische Verbindungen, die von dem natürlich vorkommenden Pyrethrum abgeleitet sind und diesem in Struktur und Wirkungsweise ähneln. Pyrethroide besitzen Insekten abtötende Wirkung (siehe Insektizide), die auf einer Beeinflussung der Natriumkanäle in den Nervenbahnen der Tiere beruht. Das natürlich vorkommende Pyrethrum wird aus den Blütenköpfen verschiedener Chrysanthemenarten durch Extraktion gewonnen. Hauptwirkstoffe des Pyrethrums sind sechs Substanzen, die in jeweils zwei verschiedenen Formen vorkommen: das Pyrethrin I und II, das Cinerin I und II sowie das Jasmolin I und II. Sie wirken als Kontaktgifte und gelangen nach Berührung ins Nervensystem des Insekts. Pyrethrum ist jedoch lichtempfindlich und daher instabil, darüber hinaus in seiner Herstellung teuer. Deshalb wird es auch nur im Hygienebereich beispielsweise gegen Hausungeziefer eingesetzt. Die synthetischen Pyrethroide dagegen bleiben auch im Freien teilweise über mehrere Wochen stabil und sind wesentlich billiger herzustellen. Sie kommen deshalb im größeren Ausmaß im landwirtschaftlichen Pflanzenschutz zum Einsatz. Das erste sehr wirksame Pyrethroid war Allethrin, das strukturell dem Cinerin I sehr ähnlich ist. Tetramethrin, Prothrin und Resmethrin sind in ihrer Wirkung dem Naturprodukt schon vielfach überlegen. Eine drastische Wirkungssteigerung wurde mit den Präparaten Permethrin, Cypermethrin und Dekamethrin erreicht. Dekamethrin ist mit einer 1 000fachen Wirkungssteigerung eines der wirksamsten Insektizide überhaupt. Weitere wichtige Abwandlungen (chemisch: Derivate) des Pyrethrums sind die Fenvalerate und Fluovalinate, die keinen Cyclopropanring mehr besitzen und trotzdem noch insektizide Wirkung zeigen. Die Pyrethroide können gegen fast alle Insekten verwendet werden und sind für Warmblüter bei Anwendung nach Vorschrift im Prinzip ungiftig. Da sie rasch und effektiv wirkende Fraß- und Kontaktgifte darstellen, benötigt man sie in nur relativ geringen Mengen. So genügen bereits 50 bis 200 Gramm pro Hektar im Gegensatz zu anderen Insektenvernichtungsmitteln, wie z. B. den chlorierten Kohlenwasserstoffen, die in Mengen bis zu einem Kilogramm pro Hektar eingesetzt werden müssen. Dies führt gleichzeitig zu einer deutlichen Senkung der Umweltbelastung (siehe Umweltverschmutzung). Siehe Schädlingsbekämpfung
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