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    Friedrich Rückert (* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses bei Coburg; Pseudonym Freimund Reimar) war deutscher Dichter, Übersetzer und einer der Begründer ...

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Friedrich Rückert

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Gustav Mahler: Kindertotenlieder (1901-04)Gustav Mahler: Kindertotenlieder (1901-04)

Friedrich Rückert, auch Freimund Raimar, Freimund Reimer, (1788-1866), Schriftsteller und Orientalist. Mit seinen Übersetzungen machte er die persisch-arabische Dichtung im deutschen Sprachraum bekannt.

Rückert wurde am 16. Mai 1788 in Schweinfurt geboren. Seine Kindheit im bäuerlichen Milieu schildert die elegische Idylle Erinnerungen aus den Kinderjahren eines Dorfamtmannsohns (1829). Im Anschluß an sein Studium der Philologie promovierte Rückert 1810 in Jena, wo er anschließend über zwei Jahre als Privatdozent für Altphilologie tätig war. Nach einer gescheiterten Karriere als Gymnasialprofessor war er dann lange Zeit Privatgelehrter. Zwischen 1815 und 1817 arbeitete er als Redakteur für Johann Friedrich Cottas Morgenblatt für gebildete Stände. Gleichzeitig entstanden diverse, zunächst in Zeitschriften publizierte Gedichte, darunter „Amaryllis” (1812). 1814 wurden Rückerts während der Befreiungskriege verfassten Geharnischten Sonette und Krieger. Spott- und Ehrenlieder als Deutsche Gedichte gesammelt herausgegeben. 1817/18 verbrachte der Autor in Italien, wo er mit seinem absonderlichen Aussehen – „langem, herabhängendem ungekämmtem Haar und Schnauzbart” (Dorothea Schlegel) – die Einheimischen verschreckte. Mit der Trilogie Napoleon (1815-1818) versuchte sich Rückert an einer Wiederbelebung der Komödientradition eines Aristophanes. Der Zyklus Liebesfrühling (1821) war der Braut Luise Wiethaus-Fischer gewidmet. Durch seine Dichtungen wurde Rückert u. a. mit Friedrich de la Motte Fouqué, Jean Paul, Ludwig Uhland und Friedrich von Schlegel bekannt.

Der Kontakt mit dem Orientalisten Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall weckte 1818 Rückerts Interesse für die persische und arabische Sprache bzw. Literatur. In Anlehnung an Goethes West-östlichen Divan übertrug er in der Folge zahlreiche Schriften und versammelte in der Anthologie Östliche Rosen (1822) vor allem Nachdichtungen zur Lyrik von Hafiz. Durch seine Übertragung von 44 Gedichten des Mystikers Djalal od-Din Rumi machte er die in der orientalischen Literatur vorherrschende Gedichtform der Ghasele, die Schlegel bereits 1803 nachgeahmt hatte, im deutschen Sprachraum populär. 1826 wurde Rückert Professor für Orientalistik in Erlangen. Im gleichen Jahr gab er mit al-Hariris Verwandlungen des Abu Seid von Serug eine arabische Sammlung von 50 witzig-sprachgewaltigen Texten (so genannten Makamen) heraus. Nach dem Tod zweier seiner Kinder 1833/34 verdüsterte sich sein psychischer Zustand zusehends. Von 1836 bis 1839 schrieb Rückert mit dem sechsbändigen Werk Die Weisheit des Brahmanen eine in klassischen Alexandrinern gehaltene Zusammenfassung östlicher Gottes- und Lebensweisheit in Sprüchen, Fabeln und Erzählungen. Ein einschneidendes Leseerlebnis wurde die Lektüre der Werke Arthur Schopenhauers 1845, die sein gesamtes späteres Leben und Schaffen beeinflusste.

1848 ging Rückert in Pension und lebte abgeschieden auf seinem Landgut in Neuses (heute ein Teil Coburgs). Dort starb er am 31. Januar 1866 an Krebs. Seine 1872 aus dem Nachlass herausgegebenen Kindertotenlieder wurden zwischen 1901 und 1904 von Gustav Mahler vertont. Rückerts Andenken ist die Rückert-Gesellschaft in Schweinfurt verpflichtet. Im 20. Jahrhundert wiesen u. a. Helmut Heißenbüttel, Karl Krolow, Oskar Loerke und Hans Wollschläger auf seine Bedeutung als Lyriker hin. Weitere Werke Rückerts sind die Haus- und Jahreslieder (1832-1838) sowie das historische Drama Herodes der Große (1844), das auf Christian Friedrich Hebbel wirkte.

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