![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse RückversicherungsvertragEnzyklopädieartikel
Rückversicherungsvertrag, deutsch-russischer Geheimvertrag, am 18. Juni 1887 für drei Jahre abgeschlossen. In ihm verpflichteten sich beide Mächte zu gegenseitiger Neutralität im Kriegsfall. Ausgenommen waren ein deutscher Angriff auf Frankreich und ein russischer auf Österreich. Zugleich gab Deutschland Russland freie Hand auf dem Balkan. Mit dem Vertrag reorganisierte Reichskanzler Otto von Bismarck das von ihm eingerichtete komplizierte System von Sicherheitsbündnissen. Es sollte dazu dienen, ein Kräftegleichgewicht der europäischen Großmächte herzustellen und eine Isolierung Deutschlands mit der möglichen Folge eines Zweifrontenkrieges zu vermeiden. Anlass für den Rückversicherungsvertrag gab die wenige Wochen zuvor beendete Bulgarienkrise (Bismarck hatte erst im letzten Moment einen kriegerischen Zusammenstoß zwischen Österreich-Ungarn und Russland verhindern können). Da eine erneute Verlängerung des – 1879 geschlossenen und 1884 verlängerten – geheimen Dreikaiservertrags zwischen Österreich-Ungarn, Russland und dem Deutschen Reich wegen fortbestehender Rivalität der beiden anderen Partner ausgeschlossen war, bot sich Bismarck der Rückversicherungsvertrag an. Auf drei Jahre befristet, wurde er trotz des russischen Wunsches von Deutschland nach der Entlassung Bismarcks als Reichskanzler (1890) nicht verlängert. In der Folge näherte sich Russland Frankreich an. 1892 schlossen beide Länder eine Militärkonvention. Diese Situation – Deutschland zwischen beiden Großmächten – hatte Bismarck mit dem Rückversicherungsvertrag vermeiden wollen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |