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Windows Live® Suchergebnisse Heide SimonisEnzyklopädieartikel
Heide Simonis (*1943), Politikerin (SPD), Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein (1993-2005). Heide Simonis wurde am 4. Juli 1943 in Bonn geboren. Sie studierte Volkswirtschaftslehre und arbeitete anschließend u. a. von 1967 bis 1969 als Dozentin für Deutsch an der Universität von Lusaka (Sambia) sowie von 1970 bis 1972 am Goethe-Institut in Tokyo und, zurück in Deutschland, als Berufsberaterin in Kiel. 1969 trat sie der SPD bei, war zunächst auf Kommunal- und Kreisebene für ihre Partei tätig, errang bei den Bundestagswahlen vom Oktober 1976 ein Direktmandat und wurde Sprecherin des Haushaltsausschusses im Bundestag. 1988 berief sie der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm als Finanzministerin in sein Kabinett; innerhalb der SPD war sie damit die erste Frau in diesem Ressort. Seit 1990 führte sie außerdem den Vorsitz in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und vertrat bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst die Arbeitgeberseite. Nach Engholms Rücktritt am 19. Mai 1993 wurde Heide Simonis zur Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein gewählt, und im November 1993 kam sie in den Parteivorstand der Bundes-SPD. Auch nach den Landtagswahlen im März 1996, bei denen die SPD bedeutende Stimmeneinbußen hinnehmen musste, blieb Heide Simonis Ministerpräsidentin, nun allerdings einer Koalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Bei den Landtagswahlen im Februar 2000 konnte die SPD ihr Ergebnis wieder deutlich verbessern – nicht zuletzt dank der Parteispendenaffäre der CDU –, und Heide Simonis die rotgrüne Koalition in Schleswig-Holstein fortführen. Bei den Landtagswahlen im Februar 2005 wurde die SPD nur noch zweitstärkste Partei nach der CDU (mit einem Sitz Unterschied); dennoch war Simonis entschlossen, die Regierung fortzuführen, und zwar in Form einer rotgrünen Minderheitsregierung, unterstützt vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW). Alle drei Parteien erklärten einstimmig ihre Zustimmung zu diesem Regierungsmodell. Die Ministerpräsidentenwahl im schleswig-holsteinischen Landtag am 17. März 2005 geriet für Simonis jedoch zur größten Niederlage in ihrer politischen Laufbahn: In keinem der vier Wahlgänge erhielt sie die erforderliche Mehrheit, da offenbar ein Mitglied der SPD-Fraktion ihr die Stimme verweigerte. In der Folge erklärte Simonis ihren Verzicht auf jegliches politische Amt, also auf den Posten der Ministerpräsidentin, auf ihr Landtagsmandat und auf ihren Sitz im Parteivorstand. Am 27. April 2005 wurde sie von Peter Harry Carstensen (CDU) im Amt des Ministerpräsidenten abgelöst; kurz zuvor hatte sie ihr Landtagsmandat niedergelegt. Als Ministerpräsidentin hatte sich Simonis einen Namen als kompetente, pragmatische und scharfzüngige Politikerin gemacht, die auch vor Kritik an bzw. abweichender Meinung gegenüber prominenten Parteigenossen wie etwa Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht zurückschreckte. Von 2006 bis 2008 war Simonis (ehrenamtliche) Vorsitzende von UNICEF Deutschland.
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