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Sozialrevolutionäre

Enzyklopädieartikel

Sozialrevolutionäre, zunächst als Geheimorganisation 1901 gegründete russische Partei. Die Sozialrevolutionäre gingen aus den Narodniki hervor, einer u. a. von Michail Aleksandrowitsch Bakunin beeinflussten Studentenbewegung, die ab den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die russische Bauernschaft zur Revolution führen wollte und zahlreiche Attentate auf führende Persönlichkeiten verübte. In der Partei der Sozialrevolutionäre lebten die grundlegenden Ziele und Methoden der Narodniki wieder auf: Sie bildete eine Plattform für die Bauernschaft, die sich um die Jahrhundertwende zu organisieren begann. Die Sozialrevolutionäre, die über terroristische Kampftruppen verfügten, standen in direkter Rivalität zu den Sozialdemokraten, aber auch zu den ihnen zunächst zahlenmäßig weit unterlegenen Bolschewiki. Noch während und nach der Februarrevolution von 1917 beherrschten sie gemeinsam mit den Menschewiki den Petrograder Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten, der eine rasche Agrarreform anstrebte. Auch im zweiten Kabinett der Provisorischen Regierung dominierten diese beiden Gruppen, doch wandten sich die Massen nun den Bolschewiki zu. Nach der Oktoberrevolution nahm Wladimir Iljitsch Lenin die Sozialrevolutionäre zunächst in die Regierung auf, um bei der Bauernschaft keine Symphatien einzubüßen. Bereits am 14. Juni 1918 wurde jedoch der Ausschluss aller Vertreter der gemäßigten Sozialrevolutionäre aus den Sowjets verfügt, und bis 1922 hatten die Bolschewiki ihre Gegner völlig ausgeschaltet.

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