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Windows Live® Suchergebnisse Edith SteinEnzyklopädieartikel
Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin und erste katholische Heilige jüdischer Herkunft. Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als elftes Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Breslau geboren. Ab 1911 studierte sie Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik zunächst in Breslau, dann in Göttingen, wo sie 1915 das Staatsexamen in Geschichte und Germanistik ablegte, und erhielt eine Lehrbefugnis für philosophische Propädeutik. 1917 folgte die Promotion bei Edmund Husserl in Freiburg mit einer Arbeit über Das Problem der Einfühlung. Ihre Bemühungen, sich an einer deutschen Universität zu habilitieren, blieben erfolglos. Nicht zuletzt beeinflusst durch die Lektüre der Autobiographie der Mystikerin Theresia von Ávila konvertierte sie 1922 zum katholischen Glauben. Ab 1922 war sie als Lehrerin am Dominikanerinnen-Kloster Sankt Magdalena in Speyer tätig, 1932 wechselte sie als Dozentin an das Deutsche Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster, 1933 belegten sie die Nationalsozialisten mit einem Lehrverbot. In ihrer philosophischen Arbeit versucht Edith Stein, die Husserl’sche Phänomenologie mit der Lehre des Thomas von Aquin zu verbinden. Als ihr Hauptwerk gilt die religionsphilosophische Schrift Endliches und ewiges Sein (posthum 1950). Edith Steins Philosophie ist wesentlich durch den christlich-katholischen Glauben geprägt. Von zentraler Bedeutung ist der Gedanke, dass sich die menschliche, endliche Vernunft in der Suche nach Wahrheit an der religiösen Offenbarung ausrichten müsse. So schreibt Edith Stein in Endliches und ewiges Sein: „Die vollendete Erfüllung dessen, worauf die Philosophie, als Streben nach Weisheit abzielt, ist allein die göttliche Weisheit selbst, die einfache Schau, mit der Gott sich selbst und alles Geschaffene umfasst. (…) Die größte Annäherung an dieses höchste Ziel ist während des Erdenlebens die mystische Schau. Es gibt aber auch eine Vorstufe, zu der nicht diese höchste Begabung nötig ist, und das ist der echte, lebendige Glaube.” Nach der Entlassung vom Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik setzte Edith Stein den schon während ihrer Lehrtätigkeit am Kloster Sankt Magdalena in Speyer gefassten Entschluss, in den Karmelitinnen-Orden Theresia von Ávilas einzutreten, in die Tat um. Am 14. Oktober 1933 trat sie in den Kölner Karmel ein. Bei ihrer Einkleidung wählte sie den Namen Teresia Benedicta a Cruce (Theresia Benedicta vom Kreuz). Um wegen ihrer jüdischen Herkunft den Kölner Konvent nicht zu gefährden, siedelte sie im Dezember 1938 in den Karmel Echt in den Niederlanden über. Dort wurde sie am 2. August 1942 von der Gestapo verhaftet; am 9. August 1942 wurde sie in den Gaskammern von Auschwitz ermordet. 1987 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II. selig-, 1998 heiliggesprochen. Es war das erste Mal in der Kirchengeschichte, dass eine Katholikin jüdischer Abstammung diese Auszeichnung erhielt. Die Heiligsprechung stieß nicht nur bei einigen christlichen und jüdischen Gläubigen auf zum Teil heftige Kritik; man warf dem Papst u. a. vor, er wolle dadurch von den Versäumnissen der katholischen Kirche während des Nationalsozialismus ablenken. 1999 erhob Johannes Paul II. Edith Stein überdies zusammen mit Katharina von Siena und Birgitta von Schweden zu einer der Schutzheiligen Europas.
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