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Windows Live® Suchergebnisse Willi StophEnzyklopädieartikel
Willi Stoph (1914-1999), deutscher Politiker (SED), Ministerpräsident (1964-1973 und 1976-1989) und Vorsitzender des Staatsrates der DDR. Stoph wurde am 9. Juli 1914 in Berlin geboren. Nach einer Maurerlehre absolvierte er ein Fernstudium der Bautechnik. 1931 trat er in die KPD ein und war nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 im kommunistischen Widerstand aktiv. Von 1935 bis 1937 leistete er seinen Militärdienst ab und war anschließend zeitweise in einem Berliner Architekturbüro beschäftigt. 1940 wurde er als Soldat im 2. Weltkrieg eingezogen; kurz vor Kriegsende, im April 1945, geriet er in sowjetische Gefangenschaft. 1946 wurde er Mitglied der SED, von 1948 bis 1950 war er Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik beim SED-Parteivorstand und rückte 1950 zum Mitglied des Zentralkomitees der SED sowie Abgeordneten der Volkskammer auf. 1953 stieg er nach der Niederschlagung des Aufstands vom 17. Juni in das Politbüro der SED auf. Von 1952 bis 1956 war Stoph Innenminister der DDR. In dieser Funktion unterstand ihm die Kasernierte Volkspolizei (KVP), die er erheblich ausbaute, sowie u. a. das Ministerium für Staatssicherheit. Von 1956 bis 1960 hatte Stoph das neu geschaffene Amt des Verteidigungsministers der DDR inne. Als Verteidigungsminister vollzog er u. a. die Umwandlung der KVP in die Nationale Volksarmee (NVA) und trieb deren Aufbau voran; zudem war er einer der Stellvertreter des Oberkommandierenden der Warschauer-Pakt-Streitkräfte. 1959 erhielt er den Rang eines Armeegenerals. Von 1958 bis 1961 war Stoph stellvertretender und von 1961 bis 1964 Erster stellvertretender Ministerpräsident. Nach dem Tod Otto Grotewohls 1964 rückte er in das Amt des Ministerpräsidenten auf. In dieser Funktion empfing er im März 1970 Bundeskanzler Willy Brandt zu einem ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen. Nach dem Tod Walter Ulbrichts 1973 wurde Stoph Vorsitzender des Staatsrates, und als im Zuge einer Umgestaltung der Staats- und Parteispitze der SED-Generalsekretär Erich Honecker 1976 den Staatsratsvorsitz übernahm, kehrte Stoph in das Amt des Ministerpräsidenten zurück. Bereits 1986 schlug Stoph in einem vertraulichen Schreiben dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow die Ablösung Honeckers vor, blieb jedoch ohne Antwort; im Herbst 1989 gehörte er zu denjenigen, die Honecker zum Rücktritt drängten. Angesichts des Zusammenbruchs der DDR trat am 7. November 1989 auch Stoph zurück – sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten wurde Hans Modrow – und bekannte öffentlich die Mitverantwortung des Ministerrats für das Scheitern der SED-Politik. Am 8. November 1989 trat das Politbüro einschließlich Stoph geschlossen zurück, und Anfang Dezember 1989 wurde Stoph aus der SED ausgeschlossen. Im Mai 1991 wurde Stoph verhaftet und am 11. November 1992, zusammen mit anderen Spitzenpolitikern der ehemaligen DDR, darunter auch Erich Honecker, vor dem Berliner Landgericht u. a. wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze angeklagt. Am 13. November 1992 wurde das Verfahren gegen den verhandlungsunfähigen Stoph vorläufig, im Juli 1993 dann endgültig eingestellt. Stoph starb am 13. April 1999 in Berlin.
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