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SyntaxEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Mit Hilfe operationaler Verfahren gelingt es zu zeigen, dass Wörter zu größeren Einheiten (Konstituenten) zusammengefasst sind, die nach bestimmten Regeln hierarchisch aufgebaut sind. Zu diesen Verfahren zählen etwa die Verschiebeprobe und die Ersatzprobe. Ein Satz wie „Der Bauer melkt die Kuh.” besteht demnach unmittelbar aus den Konstituenten „Der Bauer” und „melkt die Kuh”, da jede dieser Konstituenten z. B. als Einheit ersetzt werden kann, „Der Bauer” etwa durch das Pronomen „Er” und „melkt die Kuh” durch „schläft”. Ebenso besteht „melkt die Kuh” aus dem Verb „melkt” und der Nominalphrase „die Kuh”. Wörter sind somit nicht die unmittelbaren Bausteine des Satzes. Auch syntaktische Prozesse betreffen nach dieser Auffassung stets Konstituenten, auch wenn eine Konstituente lediglich aus einem Wort bestehen sollte.
Zudem gibt es Bausteine, die eine zentralere Funktion ausüben und die Anwesenheit bzw. Form anderer Bausteine bestimmen. So wird in den meisten Ansätzen das Verb als Zentrum des Satzes gesehen. Solche Strukturen, die aus einer zentraleren Komponente und anderen von ihr abhängigen Elementen bestehen, werden nach Bloomfield als endozentrische Strukturen bezeichnet. In einem Satz wie „Peter schenkt Petra ein Buch.” ist es z. B. nicht möglich, eines der drei Argumente (Peter, Petra, Das Buch) wegzulassen, da das dreiwertige Verb „schenken” diese als obligatorische Ergänzungen erfordert (siehe Valenz). Eine andere Art von Abhängigkeit wird traditionell als Rektion bezeichnet. Der Kasus (Akkusativ) des Objektes (ein Buch) wird vom Verb (schenken) bestimmt. Man sagt, dass das Verb den Kasus des Objektes regiert. Diese Prinzipien der Konstituenz und der Dependenz finden sich mit unterschiedlich starker Gewichtung in nahezu allen heutigen Syntaxtheorien.
Von den heutigen Ansätzen innerhalb der Beschäftigung mit Syntax stehen zwei Theorien im Vordergrund, die sich sowohl in ihren Grundannahmen als auch in ihrer Methodik unterscheiden.
Diese von dem amerikanischen Linguisten Noam Chomsky in den fünfziger Jahren begründete Richtung gilt heute unter Berücksichtigung aller von ihr irgendwie beeinflussten bzw. abgeleiteten Theorien als das weltweit einflussreichste Gebiet der Syntaxforschung. Obwohl die ursprünglichen Annahmen Gegenstand von ständiger Revision waren, muss die Entwicklung der generativen Syntax wissenschaftsgeschichtlich als Erfolg gewertet werden. Bei diesem Ansatz wird Syntax als für die Linguistik so zentral verstanden, dass man von generativer Grammatik spricht. Zur Grundüberzeugung zählt, dass es angeborene Prinzipien gibt, die je nach Sprache unterschiedlich parametrisiert sein können. Dieses Zusammenspiel von Prinzipien und Parametern zu klären ist Aufgabe der Syntaxforschung.
Im Gegensatz zur generativen Syntax gehen die Anhänger einer funktionalen Syntax davon aus, dass es keine angeborenen Regeln gibt bzw. dass solche Regeln ihre Begründung in der Funktion von Sprache als Medium der sozialen Interaktion haben. Dabei wird Sprache nicht als grundsätzlich verschieden von anderen kognitiven Bereichen gesehen, wie das in der generativen Grammatik der Fall ist. Methodisch ist hier vor allem die in den sechziger Jahren von J. Greenberg entwickelte syntaktische Typologie zu nennen, die die statistische Auswertung von Daten aus einer Vielzahl von Sprachen begründet hat.
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