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Windows Live® Suchergebnisse Ludwig ThomaEnzyklopädieartikel
Ludwig Thoma, Pseudonym Peter Schlemihl, (1867-1921), Schriftsteller. Mit seinen Lausbubengeschichten (1905) avancierte er zu einem der populärsten Regionalschriftsteller Deutschlands. Thoma wurde am 21. Januar 1867 als Sohn eines Forstbeamten in Oberammergau geboren und ging in Landstuhl, Neuburg, Burghausen, München und Landshut zur Schule. Nach einem Studium der Forstwirtschaft und Jura war er zwischen 1894 und 1899 zunächst als Rechtsanwalt in Dachau und München tätig. Während dieser Zeit wurde er Redakteur der Satirezeitschrift Simplicissimus. Hier veröffentlichte er zumeist unter dem – Adelbert von Chamissos gleichnamiger Erzählung entlehnten – Pseudonym Peter Schlemihl bissige Artikel und Gedichte gegen Preußentum, Militarismus und kleinbürgerliche Borniertheit. Bekannt wurde er durch seine heimatverbundenen, liebevoll-humorvollen bis satirischen Lausbubengeschichten (1905), in denen sich das Erlebnis der eigenen Kindheit im väterlichen Forsthaus und die Landschuljahre widerspiegeln, sowie durch den Schwank Erste Klasse (1910) und durch Jozef Filsers Briefwexel (1912). Nach 1900 entstanden die Komödien Die Medaille (1901), Die Lokalbahn (1902) und Moral (1909). An den Erfolg seiner Lausbubengeschichten versuchte Thoma 1907 mit Tante Frieda. Neue Lausbubengeschichten anzuknüpfen. Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit Hermann Hesse die Zeitschrift März. Das Drama Magdalena (1912) greift das Thema der Obrigkeitskritik wieder auf. Thomas Meldung als Kriegsfreiwilliger markierte dann eine tief greifende Wende im politischen Denken des Dichters. Fortan unterstützte er die rechtsgerichtete Deutsche Vaterlandspartei. Nach der deutschen Niederlage im 1. Weltkrieg verbittert, veröffentlichte er anonym zahlreiche antidemokratische und antisemitische Hetzartikel im Miesbacher Anzeiger (1920/21), in denen er u. a. gegen die Weimarer Republik polemisierte. Thoma starb am 26. August 1921 in Rottach (heute ein Teil von Rottach-Egern). Weitere Werke des Autors sind die Romane Andreas Vöst (1906), Der Wittiber (1911), Altaich (1918), Der Ruepp (posthum 1922) und Münchnerinnen (posthum 1923), die Prosasammlungen Agricola (1897), Kleinstadtgeschichten (1908), Ein Münchner im Himmel (1911) und Heilige Nacht (1919) sowie das Drama Lottchens Geburtstag. Thomas Erinnerungen kamen 1919 heraus.
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