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Windows Live® Suchergebnisse Margarethe von TrottaEnzyklopädieartikel
Margarethe von Trotta (*1942), deutsche Filmregisseurin und Schauspielerin. Ihr Œuvre konzentriert sich auf die Darstellung deutscher Frauenschicksale wie in den mehrfach ausgezeichneten Filmen Die bleierne Zeit (1981), Rosa Luxemburg (1986) und Rosenstraße (2003). Trotta wurde am 21. Februar 1942 als Tochter des Malers Alfred Roloff in Berlin geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Nach dem Abitur studierte sie hier zunächst Kunstgeschichte, anschließend Germanistik und Romanistik in München und Paris, nebenbei erhielt sie Schauspielunterricht. Seit Mitte der sechziger Jahre war sie als Theaterschauspielerin an verschiedenen deutschen Bühnen beschäftigt; ab Anfang der siebziger Jahre wirkte sie in verschiedenen Filmen namhafter Regisseure mit, u. a. in Rainer Werner Fassbinders Warum läuft Herr R. Amok (1969), Götter der Pest (1969), Der amerikanische Soldat (1970) und Warnung vor einer heiligen Nutte (1970), in Volker Schlöndorffs Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach (1970), Die Moral der Ruth Halbfass (1971), Strohfeuer (1972) und Der Fangschuss (1976) sowie in Herbert Achternbuschs Das Andechser Gefühl (1975), Die Atlantikschwimmer (1976) und Bierkampf (1977). Gemeinsam mit Schlöndorff, mit dem sie von 1971 bis 1991 verheiratet war, schrieb sie das Drehbuch und führte Regie bei der Verfilmung von Heinrich Bölls Roman Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975). Nach diesen ersten Erfahrungen hinter der Kamera gab Trotta die Schauspielerei weitgehend auf und widmete sich vornehmlich der Regiearbeit. Zentrale Themen ihrer Werke wurden das Fragen nach der weiblichen Daseinserfahrung, die Problematik zwischenmenschlicher Beziehungen und das Spannungsverhältnis von individueller und sozialer Existenz, wie in Schwestern oder Die Balance des Glücks (1979, Hauptrolle: Jutta Lampe). Mit Das zweite Erwachen der Christa Klages (1978, ausgezeichnet mit dem Bundesfilmpreis), Die bleierne Zeit (1981, Filmbiographie über die Schwestern Christiane und Gudrun Ensslin, dargestellt von Jutta Lampe und Barbara Sukowa) und Heller Wahn (1982, mit Hanna Schygulla und Angela Winkler) gelangen Trotta feinfühlige Frauenporträts. In der vielfach ausgezeichneten Filmbiographie Rosa Luxemburg (1986, mit Barbara Sukowa in der Titelrolle) beschäftigte sie sich mit der Motivation politischen Handelns, in Zeit des Zorns (1993) mit Zivilcourage und Solidarität im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Der Liebesfilm Das Versprechen (1995) mit Corinna Harfouch und Meret Becker kreist aus der Perspektive individueller Schicksale um die Problematik des geteilten und wiedervereinten Deutschland. Es folgten mehrere Fernsehfilme wie das Adoptionsdrama Winterkind (1997), eine moderne Version des „Kaukasischen Kreidekreises”, die hochgelobte vierteilige Verfilmung des komplexen Romans Jahrestage (2000) von Uwe Johnson, eine Familiensaga vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert mit Suzanne von Borsody in der Rolle der Gesine Cresspahl, und das Politdrama Die andere Frau (2003) mit Barbara Sukowa und Barbara Auer. Der u. a. mit Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel hochkarätig besetzte Kinofilm Rosenstraße (2003) schildert auf der Grundlage einer wahren Begebenheit den ungewöhnlichen Widerstand von Berliner Frauen gegen die Verhaftung ihrer jüdischen Ehemänner im Dritten Reich. Große Aufmerksamkeit erhielt auch Trottas folgender Kinofilm Ich bin die Andere (2006, mit Katja Riemann, August Diehl und Armin Mueller-Stahl), ein visuell eindringlich inszeniertes Melodram über eine an Persönlichkeitsspaltung leidende Frau nach dem gleichnamigen Roman von Peter Märtesheimer.
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