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Venda

Enzyklopädieartikel

Venda, Sammelbezeichnung für insgesamt etwa 700 000 Menschen zählende ethnische Gruppen, die im Norden der südafrikanischen Provinz Transvaal und im südlichen Simbabwe leben. Die Venda sind sprachlich und kulturell mit den Shona verwandt, von denen sie sich abspalteten. Ebenso bestehen kulturelle Verbindungen zur rhodesischen Königskultur der Rozwi. Die Venda tragen keinen einheitlichen Gruppennamen, sondern benennen sich nach ihren Häuptlingsgeschlechtern, die alle auf den Häuptling Toho-ya-Ndou (Elefantenhaupt) zurückgehen. Man unterscheidet die Venda in eine Westgruppe der Mphefu-Dynastie und eine Ostgruppe der Tshivase-Abstammung. Diese Gruppen sind räumlich durch den Luondeberg getrennt.

Die Venda waren ursprünglich reine Ackerbauern (Hirse), halten mittlerweile aber auch Rinder, Ziegen und Schafe. Heute werden Mais, Weizen, tropische Früchte und Gemüse auf zum Teil bewässerten Feldern angebaut. Daneben kultivieren die Venda Pinien und Eukalyptusbäume. Die Venda gliedern sich in nach Tiertotems benannte Clans. Sie leben in Großfamilien mit patrilinearer Erbfolge. Unter den Venda heben sich die zumeist als Töpfer und Schmiede tätigen Lemba heraus, die endogam heiraten, Tiere schächten und Schweinefleisch meiden. 1973 wurde das Homeland Venda mit eigenen Distrikten geschaffen. Seit 1979 ist Venda formell unabhängig. Mehr als die Hälfte der männlichen Bevölkerung ist gezwungen, sich als Arbeitsmigranten in anderen Teilen Südafrikas zu verdingen.

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