Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Währungsreform", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Währungsreform |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse WährungsreformEnzyklopädieartikel
Währungsreform, staatliche Neuordnung des Geldwesens zur Sanierung zerrütteter Staatsfinanzen, in der Regel verbunden mit der Einführung einer neuen Währung. Nach einer extremen Inflation in Deutschland in Folge des 1. Weltkrieges und der Reparationszahlungen an die Siegermächte gemäß dem Versailler Vertrag gab die Reichsregierung unter Reichskanzler Gustav Stresemann am 15. November 1923 die Rentenmark aus. Eine Rentenmark entsprach einer Billion alter Mark. Ergänzt um wirtschaftspolitische Maßnahmen leitete diese Währungsreform Mitte der zwanziger Jahre wirtschaftlich und politisch stabilere Verhältnisse in der Weimarer Republik ein. Später wurde die Reichsmark wieder eingeführt. Nach dem 2. Weltkrieg ersetzten die westlichen Alliierten in ihren Besatzungszonen am 21. Juni 1948 die Reichsmark durch die Deutsche Mark (DM). Jeder Westzonenbürger wurde mit 40 Mark, im August mit weiteren 20 Mark ausgestattet, die Umwertung von Spareinlagen und Guthaben erfolgte im Verhältnis 100 Reichsmark zu 6,50 DM. Gehälter und Zahlungen blieben im Verhältnis 1:1. Mit der einseitigen Währungsreform in Westdeutschland und Westberlin legten die Westmächte und der ihnen unterstellte Direktor des Amtes für Wirtschaft, Ludwig Erhard, den Grundstein für die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands. Die endgültige politische Spaltung schloss sich unmittelbar an: Am 23. Juni begann die Sowjetunion mit der Berliner Blockade und führte in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) eine eigene Währungsreform durch (1 Reichsmark zu 1 DM der Deutschen Notenbank). Die Währungsreform in Westdeutschland war die Initialzündung für den wirtschaftlichen Aufschwung. Wie schon die Reform aus dem Jahr 1923 bevorzugte sie Besitzer von Sachwerten (Grundstücke, Immobilien und Fabrikanlagen). Eine Währungsreform stellte auch die Einführung der DM in der DDR am 1. Juli 1990 dar (Umtauschverhältnis 1:1, Guthaben bis zu bestimmten Höchstgrenzen, andere Verbindlichkeiten und Forderungen meist 2:1). Sie war die finanzpolitische Voraussetzung für den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |