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Westerwald

Enzyklopädieartikel

Westerwald, Teil des Rheinischen Schiefergebirges in Rheinland-Pfalz zwischen Mittelrhein, Lahn, Dill und Sieg.

Im weiteren Sinne wird auch das südlich der Dill gelegene Gladenbacher Bergland zum Westerwald gerechnet. Die unregelmäßig kuppige, aus Schiefer, Grauwacke und Quarzitschichten aufgebaute Rumpflandschaft ist an den Rändern von Kerbtälern stark zergliedert. Sie ist im Mittel 300 bis 600 Meter, im Hohen Westerwald, zwischen Dillenburg und Hachenburg, 500 bis 600 Meter hoch und wird von einzelnen Basaltkuppen überragt. Davon erreicht die Fuchskaute mit 656 Metern die größte Höhe des Westerwaldes. Nach Westen und Süden flachen die Rumpfflächen zum Rhein und zur Lahn hin allmählich ab. Entsprechend den Höhenstufen wird der Westerwald in drei naturräumliche Einheiten gegliedert. An den Hohen Westerwald im Osten schließen sich im Süden die um 200 Meter tiefer liegenden Flächen des Unteren Westerwaldes an. Im Westen liegen die stark von der Wied und ihren Nebenflüssen zerschnittenen Hochflächen des Vorderen Westerwaldes.

Die landschaftlich reizvolleren Regionen des Unteren und Vorderen Westerwaldes sind weitläufig mit Wald bedeckt, während die Höhen im Osten stark entwaldet und von einem rauen Klima geprägt sind. Hier wird vor allem Viehzucht, in den tieferen Teilen Feld-Gras-Wirtschaft betrieben. Im südwestlichen Kannenbäckerland hat sich infolge reichhaltiger Tonlager bis heute altes keramisches Gewerbe erhalten und eine Tonindustrie entwickelt. Wichtigster Wirtschaftsfaktor für das an Luftkur-, Wintersport- und Erholungsorten reiche und gut erschlossene Gebiet ist heute der Fremdenverkehr. Zu den größeren Städten zählen Hachenburg, Westerburg, Marienberg, Dillenburg und Montabaur.

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