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Windows Live® Suchergebnisse Deutsche Post AGEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Deutsche Bundespost; Die dreistufige Postreform; Die Deutsche Post AG heute; Geschäftszahlen
Deutsche Post AG, auch Deutsche Post World Net, einer der weltweit führenden Logistikkonzerne, der u. a. im Bereich Brief-, Paket- und Frachtbeförderung tätig ist; Hauptsitz des Konzerns ist Bonn. Die Deutsche Post AG ging aus dem Postdienst hervor, der 1989 zusammen mit der Postbank und der Telekom die Nachfolge der staatlichen Deutschen Bundespost antrat. Die Privatisierung der drei Nachfolgeunternehmen als Aktiengesellschaften erfolgte 1995.
Die Deutsche Bundespost wurde am 1. April 1950 gegründet. Sie war ein öffentliches Unternehmen in unmittelbarer Bundesverwaltung und unterstand dem Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen. Die primäre Aufgabe der Bundespost bestand in der Abwicklung des Nachrichtenverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland, wofür sie das Post- und Fernmeldemonopol hielt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hatte sie das alleinige Recht, (1) Einrichtungen zur entgeltlichen Beförderung von Sendungen von Person zu Person und (2) Fernmeldeanlagen zu errichten und/oder zu betreiben. Die Aufgaben der Bundespost beinhalteten Dienstleistungen im Postwesen (vor allem Brief-, Paket-, Postscheck-, Postsparkassen- und Postreisedienst) und im Fernmeldewesen (vor allem Fernsprech- und Telegraphendienst). Neue Angebote wie Bildschirmtext (BTX), Datapost, Funktelefon, Satelliten- und Kabelfernsehen, Postkurierdienst etc. wurden nach und nach eingeführt. Die Deutsche Bundespost war der größte Arbeitgeber der Bundesrepublik Deutschland: 1986 etwa beschäftigte sie mehr als 550 000 Mitarbeiter, davon rund 62 Prozent Beamte.
Mitte 1989 wurde die Deutsche Bundespost in der ersten Stufe der Postreform in die Unternehmen Postdienst, Postbank und Telekom aufgeteilt, und es wurden einige Monopole (z. B. der Paketversand oder die Bereitstellung von Telefonendgeräten) gelockert oder aufgehoben. Die drei Nachfolgeunternehmen blieben staatlich verwaltet und unterstanden nach wie vor dem (nun umbenannten) Bundesministerium für Post und Telekommunikation. Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Oktober 1990 gingen die Deutsche Post, die Postbank und die Deutsche Post Telekom der DDR in die westdeutschen Unternehmen über. Zwischen den drei Schwesterunternehmen wurde für eine Übergangszeit ein Finanzausgleich vereinbart. So musste z. B. die finanzstarke Telekom zunächst die Verluste von Postdienst und Postbank ausgleichen. Die zweite Stufe der Postreform markierte die größte Privatisierung in der Geschichte der Bundesrepublik: Zum 1. Januar 1995 wurden die drei Unternehmen in Aktiengesellschaften umgewandelt, zunächst mit dem Bund als Alleinaktionär. Im November 1996 erfolgte der Börsengang der Deutschen Telekom AG und im November 2000 der Börsengang der Deutschen Post AG, die bereits seit 1999 eine 100-prozentige Beteiligung an der Deutschen Postbank AG hielt. Ab 1996 wurden in der dritten Stufe der Postreform die Restmonopole der Postunternehmen nach und nach aufgehoben; das Briefmonopol der Deutschen Post AG für die Beförderung von Briefen bis 50 Gramm bleibt bis Ende 2007 bestehen. Zur Kontrolle der Deregulierung wurde 1998 die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (seit Juli 2005 Bundesnetzagentur) gegründet.
Die Deutsche Post AG gliedert sich heute in die fünf Unternehmensbereiche Brief, Express, Logistik, Finanzdienstleistungen und Services. Der Konzern gehört u. a. in den Sparten Brief-, Paket- und Expressservice und im Luftfrachtgeschäft weltweit zu den führenden Unternehmen. Die Deutsche Post AG ist seit dem 20. November 2000 an der Börse notiert. Der Emissionspreis der „Aktie Gelb” startete mit 21 Euro. Das bereits 1998 teilweise erworbene Transportunternehmen DHL Worldwide Express wurde 2002 vollständig übernommen. 2005 folgte die Übernahme des britischen Logistikkonzerns Exel, 2006 die Fusion der Postbank AG mit dem Finanzdienstleister BHW Holding AG, mit dem die Post auch in das Baufinanzierungsgeschäft einstieg. Der gesamte Post-Konzern, dessen juristischer Name Deutsche Post AG ist, firmiert heute in der Öffentlichkeit als Deutsche Post World Net. Im Juli 2005 veräußerte der Bund seine restlichen Anteile am Grundkapital der Deutschen Post AG an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), so dass sich keine Aktie des Unternehmens mehr im Staatsbesitz befand. Die KfW hielt nun 44,7 Prozent des Grundkapitals, die restlichen 55,3 Prozent waren im Streubesitz.
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