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Windows Live® Suchergebnisse Otto FlakeEnzyklopädieartikel
Otto Flake, Pseudonym Leo F. Kotta, (1880-1963), deutscher Schriftsteller. Nach Anfängen als Expressionist und Dadaist wurde er mit geradlinig erzählten Romanen einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Weimarer Republik. Flake wurde am 29. Oktober 1880 in Metz geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Colmar studierte er in Straßburg Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte, beendete das Studium jedoch nicht. 1902 schloss er sich mit Bernd Isemann, René Schickele und Ernst Stadler zur Gruppe des Jüngsten Elsaß zusammen, die die regionalistisch-neuromantische Literaturzeitschrift Der Stürmer (1903 unter dem Titel Der Merker) herausgab. Damit und mit seinem ersten Buch Straßburg und das Elsaß (1908) profilierte er sich rasch als politisch engagierter Autor. Ab 1911 war er regelmäßiger Mitarbeiter der bedeutenden Berliner Kulturzeitschrift Neue Rundschau. Während des 1. Weltkrieges versuchte Flake, sich dem Militärdienst zu entziehen, musste jedoch als Theaterzensor zur politischen Abteilung nach Brüssel. 1918 setzte er sich in das neutrale Zürich ab, wo er sich dem Kreis der Dadaisten anschloss und experimentelle expressionistische Prosa verfasste. Das Buch Die Stadt des Hirns (1919) weist ihn als Vorläufer Robert Musils hinsichtlich des essayistischen Stils des Romans aus. In der Folge kehrte er zum linearen Erzählen zurück und schrieb mit zunehmend großem Erfolg zahlreiche umfangreiche Gesellschaftsromane. Im Mittelpunkt dieser Werke stehen Helden, die aus der Monotonie und Uniformität ihres bürgerlichen Daseins (der „Epoche des Massenmenschen”) auszubrechen suchen und neue Daseinsmöglichkeiten erproben. Dazu gehören das in der Tradition des Bildungsromans stehende Werk Ruland (1922) und sein größter Publikumserfolg Hortense oder die Rückkehr nach Baden-Baden (1933). Flake, der ab 1928 mit seiner Familie in Baden-Baden lebte, unterschrieb 1933 auf Bitten seines Verlegers das NS-Loyalitätsbekenntnis, um den Fischer Verlag vor Repressionen zu bewahren. Der Schriftsteller wurde dafür von einigen Kollegen (u. a. Thomas Mann, Alfred Döblin und Bertolt Brecht) heftig kritisiert. Trotz seiner Verachtung für das nationalsozialistische Regime und seiner liberalen Haltung, die er in seiner politischen Essayistik dieser Zeit teilweise auch zum Ausdruck brachte, emigrierte er nicht, sondern blieb relativ unbehelligt in einer Art innerer Emigration in Deutschland. Nach Kriegsende wurde Flake von der französischen Besatzungsmacht in den Kulturrat von Baden-Baden berufen. Flakes vierbändiges Hauptwerk, bestehend aus Fortunat (1946) und dessen Fortführung Ein Mann von Welt (1947), ist ein historischer Gesellschaftsroman, der im Zeitraum von 1814 bis 1897 angesiedelt ist und der dem großen deutschen Bildungsroman verhaftet ist. Der umfangreiche Roman Die Sanduhr (1950) schildert in nüchtern-lakonischer Sprache das Leben eines deutschen Kunsthistorikers in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Flake konnte jedoch zunächst nicht an die großen Publikumserfolge aus der Weimarer Zeit anknüpfen und hatte zunehmend Mühe, einen Verlag für seine Bücher und überhaupt Arbeit zu finden. Erst Ende der fünfziger Jahre, als sich der Verleger Sigbert Mohn und der Lektor Rolf Hochhuth des über 75-jährigen Autors annahmen und viele seiner Romane neu auflegten, erlebte Flakes Werk eine Renaissance. Seine Autobiographie trägt den Titel Es wird Abend. Bericht aus einem langen Leben (1960). Flake starb am 10. November 1963 in Baden-Baden (Baden-Württemberg).
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