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Windows Live® Suchergebnisse HochgebirgsvegetationEnzyklopädieartikel
Hochgebirgsvegetation, Bezeichnung für die Pflanzenformationen der bis über die Waldgrenze hinaufreichenden Gebirge. Die Hochgebirgsvegetation lässt sich in mehrere Vegetationsstufen untergliedern. Jede dieser Stufen umfasst charakteristische Pflanzenarten, die als Spezialisten an die jeweiligen, oft extremen Lebensbedingungen hervorragend angepasst sind und die häufig nur in den jeweiligen Vegetationsstufen vorkommen. Die Lebensbedingungen der Pflanzen sind insbesondere von starken tageszeitlichen Temperaturschwankungen, einer mit zunehmender Höhe immer kürzeren Vegetationsperiode, hoher Strahlungsintensität, hohen Niederschlägen, starken Winden sowie flachgründigen und oft nährstoffarmen Böden geprägt. Obwohl jedes Hochgebirge der Erde – etwa die Alpen, der Kaukasus, der Himalaya, die Rocky Mountains, die Anden, die Gebirge im tropischen Ostafrika wie Kilimanjaro und Ruwenzori, oder die Alpen Neuseelands – grundsätzlich seine eigene, spezifische Hochgebirgsvegetation und damit unterschiedlich zusammengesetzte Vegetationsstufen aufweist, gibt es doch übergreifende Gemeinsamkeiten. Generell kann die Vegetation in verschiedene Höhenstufen eingeteilt werden. Oberhalb der Tiefebene (planare Stufe) folgt in Mitteleuropa die meist landwirtschaftlich genutzte kolline Stufe oder Hügelstufe. Ab etwa 800 Metern wird sie von der montanen Stufe (Bergstufe) abgelöst; diese reicht bis in eine Höhe von etwa 1 500 Metern (in den südlichen Alpen auch bis 1 900 Meter). Oberhalb schließt sich mit der subalpinen Stufe die unterste Stufe der eigentlichen Hochgebirgsvegetation an, in der sich der Wald allmählich auflöst und in die offene, baumfreie Vegetation der alpinen Matten übergeht. Die alpine Stufe liegt zwischen 2 500 und 3 000 Metern. Den Übergang zwischen alpiner und nivaler Stufe, in die nur noch einzelne Pionierarten vordringen, bildet die subnivale Stufe, die etwa den Bereich zwischen 3 000 und 3 300 Metern einnimmt. Die Artenzusammensetzung der einzelnen Vegetationsstufen wird außer durch die Höhenlage und das dortige Klima stark durch die jeweils vorherrschenden Böden bzw. Gesteine bestimmt. So kann man etwa in den Alpen wie auch in vielen anderen Gebirgen auf völlig unterschiedliche Pflanzenarten in der gleichen Höhenstufe treffen, je nachdem, ob man sich auf kalkreichem oder auf silicatischem (kieselsäurereichem) Untergrund befindet. Bekannte Beispiele sind die nur auf kalkhaltigem Gestein wachsende Behaarte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und die auf silicatreichen und sauren Böden vorkommende Rostrote Alpenrose (Rhododendron ferrugineum). Die genannte Höhenstufung ist für die Gebirge der gemäßigten Breiten (temperierte Zone) kennzeichnend. In den tropischen Hochgebirgen Lateinamerikas gibt es zwar ebenfalls gut abgrenzbare Vegetationsstufen, doch sind diese nicht mit denjenigen der temperierten Zonen vergleichbar. In der untersten Stufe, der Tierra caliente („heißes Land”), ist hauptsächlich Regenwald verbreitet. In Äquatornähe reicht diese Stufe bis rund 1 000 Meter Höhe. Anschließend folgt die Tierra templada („gemäßigtes Land”), in der der Regenwald in Bergregenwald und schließlich in Nebelwald übergeht, in dem häufige Nebel- und Wolkenbildung für besonders hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Die Tierra fría („kaltes Land”), die sich in Äquatornähe zwischen 2 000 und 3 000 Meter Höhe erstreckt, ist je nach Niederschlagsmenge gekennzeichnet von tropischem Höhenwald, Nebelwald oder bei geringem Niederschlag von Buschland oder Halbwüste. Auch diese Höhenstufe wird meist noch intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die höchste Stufe, die Tierra helada („gefrorenes Land”) entspricht am ehesten der Stufe der Hochgebirgsvegetation in Mitteleuropa. An ihrer unteren Grenze dominiert Grasland, in dem meist dicht behaarte Pflanzen vorherrschen, die auf einem mehr oder weniger hohen Stamm einen Schopf aus einer dichten Blattrosette tragen. Diese Zone ist in den Anden Südamerikas als Páramo (in feuchten Regionen) bzw. Puna (in trockenen Regionen) bekannt, sie kommt jedoch in vergleichbarer Form auch in den tropischen Hochgebirgen Ostafrikas vor. Mit zunehmender Höhe wird das Grasland immer lückiger und reicht in Extremfällen bis in etwa 6 000 Meter Höhe, wo es schließlich von der Zone des ewigen Schnees abgelöst wird.
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