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Windows Live® Suchergebnisse KolchoseEnzyklopädieartikel
Kolchose (russische Abkürzung für kollektiwnoje chosjaistwo: „Kollektivwirtschaft”), die seit 1929/30 vorherrschende Betriebsform in der Landwirtschaft der Sowjetunion. Die ersten genossenschaftlich organisierten Landbetriebe entstanden nach 1917 durch freiwilligen Zusammenschluss von Bauern mit Selbstverwaltungsbefugnis. Unter Stalin kam es mit der rigorosen Durchführung der Kollektivierung (Beginn 1928) zur größten Agrarrevolution der Geschichte, der sechs Zehntel aller Höfe und circa elf Millionen Menschen zum Opfer fielen („Liquidierung der Kulaken”); aus 18,8 Millionen Bauernhöfen mit 117 Millionen Hektar Ackerland wurden 242 000 Kolchosen gebildet. In Eigennutzung der Kleinbauern blieben nur Wohngebäude, je Hof etwa 0,3 Hektar Gartenland und eine geringe Zahl Nutztiere. Jedes Kolchosemitglied war zu 100 bis 150 Tagwerken jährlich verpflichtet. Nach der Pflichtablieferung an den Staat erfolgte die Ertragsverteilung unter den Kolchosemitgliedern je nach geleisteten Tagwerken. Ab 1950 erfolgten zur Behebung von Versorgungskrisen Zwangszusammenlegungen von Kolchosen zu weitgehend mechanisiert betriebenen Sowchosen.
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