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Aleksander Kwaśniewski

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Aleksander KwaśniewskiAleksander Kwaśniewski

Aleksander Kwaśniewski (*1954), polnischer Politiker, Staatspräsident der Republik Polen (1995-2005).

Aleksander Kwaśniewski wurde am 14. November 1954 als Sohn eines Arztes im hinterpommerischen Białogard nahe Koszalin (früher Köslin, Polen) geboren. Er studierte an der Universität Danzig Verkehrswirtschaft und Außenhandel und war bereits während seines Studiums politisch tätig: Von 1979 bis 1981 hatte er in der Studentenorganisation der kommunistischen Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR) eine Führungsposition inne. Ab 1981 war Kwaśniewski für die Studentenzeitschrift ITD und ab 1984 für das Organ der kommunistischen Jugendorganisation, Sztandar Mlodych (Standarte der Jugend), verantwortlich. 1985 übernahm er die Leitung des Jugendkomitees der polnischen Regierung, 1987 wurde er Jugend- und Sportminister, 1988 außerdem Chef des Polnischen Olympischen Komitees.

Im Oktober 1988 wurde Kwaśniewski von Ministerpräsident Mieczyslaw Rakowski mit der Leitung des Regierungskomitees beauftragt, das die Verhandlungen am „Runden Tisch” zwischen Vertretern der Regierung und der oppositionellen Gewerkschaftsbewegung Solidarność vorbereiten sollte; an den folgenden Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Regierung über politische und wirtschaftliche Reformen nahm Kwaśniewski ebenfalls teil. Nach der Auflösung der Arbeiterpartei 1990 übernahm Kwaśniewski den Vorsitz der neu gegründeten Nachfolgepartei Sozialdemokratie der Republik Polen (SDRP). Bei den ersten freien Wahlen im Oktober 1991 erreichte die SDRP zusammen mit dem alten Gewerkschaftsverband OPZZ in der Allianz der Demokratischen Linken (SLD) den zweithöchsten Stimmenanteil hinter der Demokratischen Union (UD). In der Folge kam keine tragfähige Regierung zustande, so dass im September 1993 Neuwahlen stattfanden, aus denen die linken Parteien – die SLD und die ehemalige Blockpartei PSL – mit deutlicher Mehrheit hervorgingen.

1995 wurde Kwaśniewski fast einstimmig von der Linken zu ihrem Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten nominiert. Einzig ernst zu nehmender Gegenkandidat war der Amtsinhaber Lech Wałęsa, den Kwaśniewski in der Stichwahl vom 19. November 1995 mit 51,7 Prozent der Stimmen besiegte. Um eine unparteiliche Amtsführung zu gewährleisten, trat Kwaśniewski nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten aus seiner Partei aus. Aus den Präsidentenwahlen im Oktober 2000 ging Kwaśniewski bereits im ersten Wahlgang mit mehr als 54 Prozent der Stimmen als klarer Sieger hervor. Nach Ablauf seiner zweiten Amtsperiode – eine dritte ließ die Verfassung nicht zu – wurde Kwaśniewski im Dezember 2005 von dem Konservativen Lech Kaczyński im Präsidentenamt abgelöst.

2007 übernahm Kwaśniewski die Führung in dem Parteienbündnis Linke und Demokraten (Lewica i Demokraci; LiD), zu dem sich im Jahr zuvor die SLD und andere linksorientierte Parteien zusammengeschlossen hatten, um die Opposition gegen die rechtsgerichtete Regierung von Jarosław Kaczyński zu stärken. Nicht zuletzt dank Kwaśniewskis weiterhin hoher Popularität zog das Bündnis nach den Wahlen von 2007 als drittstärkste Kraft ins Parlament ein.

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