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Windows Live® Suchergebnisse Oberste HeeresleitungEnzyklopädieartikel
Oberste Heeresleitung (Abkürzung: OHL), im 1. Weltkrieg die oberste militärische deutsche Kommandobehörde mit dem Chef des Generalstabs des Feldheeres an der Spitze. Sie ist praktisch identisch mit dem Generalstab. Kaiser Wilhelm II., der formelle Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, hatte tatsächlich keinen Einfluss auf ihre Entscheidungen. Bei Kriegsausbruch war noch der jüngere Helmuth von Moltke Chef des Generalstabes der Armee (seit 1906). Er wurde nach der Marneschlacht im September 1914 abgelöst durch General Erich von Falkenhayn. Diese so genannte Zweite Oberste Heeresleitung führte einen zermürbenden Stellungskrieg im Westen. Gleichzeitig gewannen die innenpolitischen Konflikte in Deutschland mit dem Schwinden der Aussicht auf einen raschen Kriegsgewinn an Bedeutung; die Polarisierung zwischen rechten und linken Parteien führte zum Sturz des Reichskanzlers Bethmann Hollweg und ermöglichte die verschleierte Militärdiktatur der Dritten Obersten Heeresleitung: Im August 1916 übernahmen Feldmarschall Paul von Hindenburg als Chef des Generalstabes und General Erich von Ludendorff als sein erster Quartiermeister die Kommandogewalt; beide Militärs, die seit ihren Siegen in Russland bei Tannenberg und den Masurischen Seen (August/September 1914) in Deutschland beinahe mythische Verehrung genossen, hielten gegen die schwache politische Führung des Reiches unbedingt an der Vorstellung eines deutschen „Siegfriedens” nach Westen und Osten zugleich fest. 1917/18 vertiefte der Machtwille der OHL die innenpolitischen Spannungen in Deutschland, doch erst im August 1918 erklärte die OHL bei ihrer Konferenz im Hauptquartier von Spa die Fortführung des Krieges für aussichtslos. Im Oktober 1918 wurde die OHL entlassen.
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