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Windows Live® Suchergebnisse PragmatikEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Pragmatik, Teildisziplin der Linguistik. Der Begriff Pragmatik wurde von der Zeichentheorie (siehe Semiotik) von Charles W. Morris übernommen. Morris definiert Zeichenprozesse als den Zusammenhang von Zeichenträger (Sprache), dem Bezeichneten (Inhalt der Sprache) und dem Interpreten (Sprachbenutzer). Die Pragmatik untersucht die Beziehungen zwischen Sprache und Sprachbenutzer. Die Grenzen zur Syntax (formale Regelsysteme der Sprache) und vor allem zur Semantik (Frage nach der Bedeutung sprachlicher Formen) sind jedoch fließend und werden den unterschiedlichen linguistischen Theorien entsprechend gezogen. Generell versteht die Pragmatik Sprache als eine Form des sozialen Handelns.
Beide Untersuchungsbereiche beschäftigen sich mit der Bedeutung von Wörtern, Phrasen und Sätzen. Die Semantik konzentriert sich dabei auf wörtliche, vom Kontext der Sprechsituation unabhängige Bedeutung der Sprache, die Pragmatik hingegen berücksichtigt die situationsspezifischen Faktoren von sprachlichen Äußerungen. Sie beschäftigt sich folglich auch mit nichtversprachlichten Phänomenen wie Gebärden, Gefühlen, Ironie usw. Von ihrem jeweiligen Standort aus befassen sich Pragmatik und Semantik mit der Untersuchung von Sprechakten (siehe Sprechakttheorie).
Innerhalb der Pragmatik wurden verschiedene Konzepte entwickelt, um die Aspekte der Sprechsituation zu systematisieren. Als Ausgangspunkt fand die Formel Verwendung, die Harold Lasswell zur Beschreibung einer sprachlichen Mitteilung geprägt hatte: „Wer sagt was wie warum zu wem mit welcher Wirkung?”. Folgende Faktoren sind daher bei der pragmatischen Sprachanalyse zu berücksichtigen: Die Situation und die Rolle des Sprechers, der Hörer (Adressat) und die soziale Beziehung zwischen Sprecher und Hörer, die Zeit der Äußerung, der Ort der Äußerung, vor allem auch in Bezug auf den Wahrnehmungsraum (Äußerungen im Dunkeln oder vor verschlossener Tür), die Form und der Inhalt der Äußerung, der latent oder manifest sein kann. Relevant hierbei sind die Voraussetzungen, die beim Sprecher mit der Äußerung verbunden sind. Von Bedeutung sind neben der lautsprachlichen Äußerung auch nonverbale Elemente wie Gebärden und Mimik, die zum Ersatz für Sprache werden können. Die Konversations- oder Gesprächsanalyse ist in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt der Pragmatik geworden. Sie knüpft an Überlegungen des englischen Philosophen H. Paul Grice an, der von den Grundvoraussetzungen ausgeht, dass Sagen und Meinen nicht identisch sein müssen, und dass jedes Gespräch auf einem Kooperationsprinzip basiert, das er durch vier Konversationsmaximen verdeutlicht, die auch in der Sprechakttheorie von Bedeutung sind: 1. Die Maxime der Quantität („Mach deinen Beitrag so informativ wie notwendig und nicht informativer als notwendig.”); 2. Die Maxime der Qualität („Sage nichts, was du für falsch hältst oder wofür du keine hinreichenden Anhaltspunkte hast!”); 3. Die Maxime der Relation („Sprich zur Sache.”); 4. Die Maxime der Art und Weise („Mach deinen Redebeitrag durchsichtig!”).
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