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    Herwarth Walden (* 16. September 1878 in Berlin; † 31. Oktober 1941 bei Saratow; eigentlich Georg Lewin) war ein deutscher Schriftsteller, Verleger, Galerist, Musiker und ...

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    Herwarth Walden: Herwarth Walden (1878 - 1941) wurde als Georg Levin in Berlin geboren.  Den Namen Herwarth Walden gab ihm Else Lasker-Schüler, mit der er von 1901 ...

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Herwarth Walden

Enzyklopädieartikel

Herwarth Walden, eigentlich Georg Lewin, (1878-1941), Schriftsteller und Publizist. Mit der von ihm gegründeten Zeitschrift Der Sturm schuf er das neben der Aktion Franz Pfemferts bedeutendste Forum des deutschen Expressionismus.

Walden wurde am 16. September 1878 in Berlin als Sohn eines Arztes geboren und studierte Klavier, Komposition und Musiktheorie bei Conrad Ansorge. Über seinen Lehrer knüpfte er Kontakte zum Kreis um Richard Dehmel, wo er Theodor Däubler, Stanislaw Przybyszewski und andere prominente Vertreter der Berliner Moderne kennenlernte. Von 1901 bis 1911 war er mit der Dichterin Else Lasker-Schüler verheiratet, die ihm seinen Künstlernamen Herwarth Walden und seiner Zeitschrift Der Sturm (1910-1932) den Titel gab.

Mit seiner „Kampfzeitschrift für moderne Kunst” setzte sich Walden für die Förderung aller avantgardistischen Stilrichtungen (Dadaismus, Futurismus, Expressionismus, Kubismus) ein. Schnell avancierte das Organ zu einem publizistischen und organisatorischen Zentrum von europäischem Rang. 1912 eröffnete Walden die lange Reihe seiner Kunstausstellungen mit Werken des Blauen Reiters, 1913 die erste deutsche Futuristenausstellung. Eine Galerie, ein Theater und ein Buchverlag traten hinzu. Die Sturm-Abende sowie der alljährlich ausgerichtete Sturm-Ball wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen.

Als Schriftsteller einem eher konservativ-naturalistischen Stil verpflichtet (Das Buch der Menschenliebe, Roman, 1916), wurde Walden aufgrund seiner vielfältigen Begabungen und seines Organisationstalents zu einer zentralen Mittlerfigur im Literatur- und Kunstbetrieb, die späteren Berühmtheiten wie Gottfried Benn, Albert Ehrenstein, Kurt Schwitters und Oskar Kokoschka ein erstes Forum zur Verfügung stellte. Seine zweite Ehe mit der wohlhabenden schwedischen Malerin Nell Roslund (1912-1924) versetzte ihn zudem finanziell in die Lage, eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunstwerke zu erwerben und junge Künstler zu fördern.

In den zwanziger Jahren geriet der zunächst eher apolitische Sturm allmählich zum Propagandablatt eines sozialistischen Gesellschafts- und Kunstideals sowjetischer Prägung. Walden ging 1932 in die UdSSR, arbeitete in Moskau als Sprachlehrer, gab Schulausgaben deutscher und russischer Dichter heraus und publizierte in den deutschen Exilzeitschriften Das Wort und Internationale Literatur. In seiner 1938 erschienenen Schrift Vulgär-Expressionismus versuchte er, die Stilrichtung gegen den Rigorismus der Moskauer Kulturbürokratie in Schutz zu nehmen, geriet hierdurch jedoch politisch ins Abseits und wurde – darin das Schicksal zahlreicher deutscher Emigranten teilend – Opfer der stalinistischen Säuberungsaktionen. Walden wurde im März 1941 im Moskauer Hotel Metropol verhaftet und starb am 31. Oktober desselben Jahres im Lager Saratow.

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