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Sachsen-Anhalt

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Sachsen-Anhalt: BildergalerieSachsen-Anhalt: Bildergalerie
Artikelgliederung
7.2. 1

Die sächsische Königslandschaft

Unter den Liudolfingern, König Heinrich I. und seinem Nachfolger Kaiser Otto I., rückte Ostsachsen – und insbesondere der Harz – als sächsische Königslandschaft in den Mittelpunkt des entstehenden Heiligen Römischen Reiches. Nach der Unterwerfung der Elbslawen durch Heinrich I. 928/929 entstand zur Abwehr der Ungarn ein dichtes Netz von Burgen und Königspfalzen u. a. in Quedlinburg und Merseburg, und unter Otto I. dienten mit Bistümern verbundene Grenzmarken, u. a. die Markgraf Gero verliehene Elb- oder Altmark sowie Merseburg und Zeitz, der Sicherung der Ostgrenze und der Eroberung weiterer slawischer Gebiete östlich von Elbe und Saale. Auf Betreiben Ottos I., der seine Lieblingsresidenz zum „neuen Rom” ausbauen wollte, wurde Magdeburg 968 zum Erzbistum erhoben und mit seinen fünf Suffraganbistümern Meißen, Havelberg, Brandenburg, Zeitz und Merseburg zum Zentrum der ottonischen Ostmission; bei dem Slawenaufstand 983 verlor Magdeburg die ostelbischen Gebiete jedoch wieder. Nach dem Ende der Liudolfinger 1024 ging die sächsische Königslandschaft im Herzogtum Sachsen auf und wurde im 11. Jahrhundert zum Schauplatz der Kämpfe sächsischer Herzöge gegen das Reich und des Welfen-Staufer-Streits im 12. Jahrhundert.

7.3

Weltliche Territorialmächte, Bistümer und Klöster

Begünstigt durch Untergang und Aufteilung des Herzogtums Sachsen nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 entwickelten sich im Harz-Mittelelbe-Saale-Gebiet die bedeutenden Territorialherrschaften der Askanier, der Wettiner, des Magdeburger Erzbistums, des Halberstadter Hochstifts und lokaler Machthaber wie der Grafen von Mansfeld. Daneben erstarkten auch die Städte, allen voran Magdeburg, das – wie Halle und Aschersleben im 13./14. Jahrhundert – der Hanse beitrat.

7.3. 1

Weltliche Territorialmächte

Die Grafen von Mansfeld, im Ostharz um die Burg Mansfeld begütert, stiegen seit etwa 1075 zu wichtigen Machthabern auf. Mehrere Herrschaftsteilungen seit 1420 schwächten jedoch die einst reichsunmittelbare Grafschaft, die – ab 1570 unter kursächsischer Verwaltung stehend – 1780 unter Preußen und Kursachsen aufgeteilt wurde.

Der Askanier Bernhard III. erweiterte 1180 durch den Erwerb des Herzogstitels von Sachsen die askanischen Stammlande Ostharz, Altmark und Dessau um das sächsische Restherzogtum, die Gebiete an der Mittelelbe. Unter seinen Nachfolgern entstanden durch Erbteilung die askanischen Herrschaften Sachsen-Lauenburg, Sachsen-Wittenberg – 1356 zum Kurfürstentum erhoben – und Anhalt. Bernhards Sohn Heinrich I., der erste Graf von Anhalt, vereinigte die askanischen Stammgüter im Ostharz und das Land südöstlich von Magdeburg mit Köthen und Dessau 1212/1218 zum Fürstentum Anhalt.

Die Wettiner, Markgrafen von Meißen, beerbten 1423 die erloschene askanische Kurlinie von Sachsen-Wittenberg. Damit gehörten – mit Ausnahme des Fürstentums Anhalt – weite Teile des späteren Sachsen-Anhalt zum wettinischen Herrschaftsgebiet, dem Kurfürstentum Sachsen.

7.3. 2

Bistümer und Klöster

Magdeburg behielt auch nach dem Verlust der ostelbischen Gebiete 983 und dem Ende der Liudolfinger 1024 seine wichtige Stellung als Fernhandelsplatz und Erzbistum, dessen Entwicklung besonders die Erzbischöfe Norbert von Xanten (1126-1134), Stifter des Prämonstratenserordens und Organisator der neuen Ostmission, Wichmann (1152-1192), als Förderer der Ostkolonisation der eigentliche Begründer der geistlichen Landesherrschaft, und Albrecht I. von Käfernburg (1205-1232), Erbauer des Magdeburger Doms, prägten. Bis Ende des 15. Jahrhunderts erheblich vergrößert und im Brennpunkt der Interessen von Askaniern, Brandenburgern, Welfen und Wettinern, fand das Erzbistum Magdeburg sein Ende nach der folgenschweren Wahl des Albrecht von Brandenburg zum Magdeburger Erzbischof 1513. Seine Ablassbriefe gaben den Anstoß zur Reformation, die sich noch während seines Pontifikats im Erzbistum und in dem auch von ihm verwalteten Bistum Halberstadt ausbreitete. Im Dreißigjährigen Krieg fiel das Territorium 1635 an Sachsen und 1680 gemäß dem Westfälischen Frieden an Brandenburg. Erst 1994 wurde nach langen Verhandlungen zwischen Sachsen-Anhalt und dem Vatikan das Bistum Magdeburg neu gegründet.

Wie die Prämonstratenser mit ihren Klöstern in Magdeburg, Jerichow und Leitzkau beteiligten sich auch die Zisterzienser seit dem frühen 12. Jahrhundert an Ausbau und Entwicklung des Landes. Die Klöster Walkenried, Pforta und Sittichenbach gehörten zu ihren wichtigsten Stützpunkten.

Das Hochstift Halberstadt, im 11./12. Jahrhundert an der Spitze der sächsischen Opposition gegen die Salier und 1179 im Kampf gegen Heinrich den Löwen zerstört, konnte im 14. Jahrhundert sein Territorium erheblich vergrößern, war aber von 1479 bis 1566 in Personalunion mit dem Erzbistum Magdeburg verbunden. Unter Bischof Heinrich Julius von Braunschweig wurde 1591 die Reformation eingeführt, und 1815 kam Halberstadt wie auch die ehemaligen Bistümer Merseburg und Naumburg an die preußische Provinz Sachsen.

7.4

Anhalt

Die anhaltinischen Fürstentümer traten bis Ende des 16. Jahrhunderts zur Reformation über. 1570 fanden die Erbteilungen, die die Geschichte Anhalts unter den Askaniern seit 1225 bestimmt hatten, durch die Zusammenlegung des gesamten anhaltinischen Besitzes vorübergehend ein Ende. 1603 freilich wurde Anhalt erneut geteilt in u. a. die Linien Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Anhalt-Zerbst und Anhalt-Plötzkau. 1806/1807 traten die noch bestehenden Teil-Fürstentümer Anhalt-Bernburg, Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen als Herzogtümer dem Rheinbund bei und schlossen sich 1834 dem Deutschen Zollverein an. Infolge der Märzrevolution 1848 erarbeitete der Gesamtlandtag für Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen eine liberal-demokratische Verfassung, die zu den herausragenden Verfassungswerken der Revolutionszeit 1848/49 gehört.

Nach dem Aussterben der Linien Bernburg und Köthen vereinigte Herzog Leopold Friedrich die anhaltinischen Herzogtümer 1863 zum Herzogtum Anhalt mit der Hauptstadt Dessau. Eng an der Seite Preußens und seit 1866 Mitglied des Norddeutschen Bundes, trat das Herzogtum Anhalt 1871 dem Deutschen Reich bei. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Anhalt ein Freistaat der Weimarer Republik.

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