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Hans Albers (1891-1960), deutscher Schauspieler. Im Rollentypus des vitalen Draufgängers und forschen Frauenhelden zählte er von Ende der zwanziger bis Ende der fünfziger Jahre zu den großen Idolen des deutschen Films. Albers wurde am 22. September 1891 als Sohn eines Schlachters in Hamburg geboren. Nachdem er die Realschule ohne Abschluss beendet und eine kaufmännische Ausbildung abgebrochen hatte, begann er, bereits als Jugendlicher sehr theaterinteressiert, seine Laufbahn als Schauspieler an verschiedenen Kleinbühnen, in Bad Schandau, Frankfurt, Güstrow und Köln. Als Soldat nahm er am 1. Weltkrieg teil und wurde zweimal verwundet. Anschließend setzte er seine Karriere in Wiesbaden erfolgreich fort, ehe er nach Berlin kam. Hier erhielt seine Laufbahn einen entscheidenden Impuls. Er trat an verschiedenen Bühnen auf und avancierte aufgrund seiner Vielseitigkeit, seiner akrobatischen Fähigkeiten und seiner vitalen Ausstrahlung zum Star des Revuetheaters. Zu seinen größten Bühnenerfolgen gehörte die Titelrolle in Franz Molnars Liliom an der Berliner Volksbühne 1931. Obwohl Albers bereits ab 1917 in Nebenrollen häufig Filmengagements angenommen hatte, begann seine große Karriere im deutschen Film mit Einführung des Tonfilms. Seine unverbildete, natürliche Art der Darstellung und seine schnoddrige, lebensechte Sprechweise machten ihn in der Folge zum Star in zahlreichen Gesellschaftskomödien und Abenteuerfilmen, in denen er auch sein Talent als Sänger entfalten konnte. Zu seinen erfolgreichsten Filmen zählen Die Nacht gehört uns (1929), der Welterfolg Der blaue Engel (1930, nach einem Roman von Heinrich Mann, mit Marlene Dietrich) unter der Regie von Josef von Sternberg, Bomben auf Monte Carlo (1931), Peer Gynt (1934, nach dem Stück von Henrik Ibsen), Varieté (1935), Wasser für Canitoga (1939) und Trenck, der Pandur (1940). Sein Image als verwegener Kraftmeier und Siegertyp, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, machte ihn vor allem auch beim weiblichen Publikum zum Idol. Obwohl teilweise als autoritäre Führerfigur besetzt, ließ er sich nicht vom nationalsozialistischen Regime vereinnahmen. Bertolt Brecht beschrieb Albers als „großen, eleganten Kerl mit vulgärem Charme, nicht ohne Gewalttätigkeit”. Zu seinen überzeugendsten darstellerischen Leistungen gehören die Titelrolle als Lügenbaron in Josef von Bakys Münchhausen (1943, Drehbuch Erich Kästner), einem Renommierprojekt zum 25-jährigen Bestehen der Ufa, und die Rolle des rauen Seebären in Große Freiheit Nr. 7 (1944, Regie Helmut Käutner), der erst 1946 aufgeführt werden konnte, weil er nicht der Filmdoktrin der Nationalsozialisten entsprach. Nach dem Krieg erweiterte er seinen Rollentypus, indem er auch gebrochene, melancholische Charaktere verkörperte. Albers spielte nur noch in wenigen Filmen, zu seinen populärsten gehören Und über uns der Himmel (1947), Nachts auf den Straßen (1951), Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1954), Vor Sonnenuntergang (1956), Das Herz von St. Pauli (1957) und Der Mann im Strom (1958). Der Schauspieler tat sich auch als Interpret von Chansons hervor, die oftmals in seine Filme integriert waren und zu Klassikern des Schlagergenres avancierten wie Komm auf die Schaukel, Luise oder Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. Albers starb am 24. Juli 1960 in Kempfenhausen bei Starnberg.
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