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Dandy

Enzyklopädieartikel

Dandy (von indisch dandi: Stockträger, verwendet für Beamte des Indian Civil Service), allgemein die Bezeichnung für einen Modegeck, im Besonderen der seit 1815 gebräuchliche Name eines modisch extravagant gekleideten Angehörigen der englischen Oberschicht.

Unter dem Einfluss George Bryan Brummells (1778-1840), der nicht erst mit Barbay d’Aurevillys Essay Du dandysme et de Georges Brummell (1845) zum Prototyp des Dandys schlechthin avancierte („Beau Brummell”), etablierte eine Gruppe Londoner Adeliger Anfang des 19. Jahrhunderts in ihren Klubs einen als Dandyismus bzw. Dandytum bezeichneten Lebensstil, der gepflegte Umgangsformen, geistreiche Konversation und kultivierten Müßiggang (Wetten, Spiele, Gelage etc.) ins Zentrum stellte. Vorrangig ging es um eine Ästhetisierung sämtlicher Lebensbereiche. Charakteristisch war auch die herablassend-blasierte Arroganz gegenüber der bürgerlichen, als gewöhnlich verachteten Gesellschaft, die durch auffallende Kleidung und provozierendes Gehabe schockiert werden sollte. Gemeinsam mit den weiblichen Dandys, den Dandizettes, traf man sich zu ausgelassenen Tanzvergnügungen im Londoner Almack’s und lieferte jene Skandale, die zwischen 1825 bis 1835 in den idealaristokratischen Moderomanen (Fashionable Novels) kritisch wieder aufgegriffen wurden. Zu jenen Literaten, die den um 1830 auch nach Frankreich ausufernden Dandyismus vertraten, gehörten Oscar Wilde, Charles Baudelaire, Joris K. Huysmans, Paul Bourget, Alfred de Musset und André Gide.

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