Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse BastEnzyklopädieartikel
Bast, sekundäre Rinde höherer Pflanzen, die während des sekundären Dickenwachstums (siehe Pflanzen) entsteht. Die Phase des primären Wachstums einer Pflanze endet, wenn alle Zelltypen gebildet sind. Es schließt sich jetzt das sekundäre Wachstum an, das zur Verdickung und Verlängerung der Sprossachse führt. Beim sekundären Dickenwachstum bildet eine Wachstumszone, das Kambium (siehe Baum), fortwährend nach außen neue Gewebe. Die Gesamtheit dieser Gewebe nennt man Bast, wobei Weichbast und Hartbast unterschieden werden. Durch Weichbast wird die Pflanze mit neuen Leitungsbahnen und durch Hartbast mit neuen Festigungselementen ausgestattet. Weichbast besteht u. a. aus Siebröhrenzellen und ihren Geleitzellen. Siebröhrenzellen bilden das Gefäßsystem (siehe Phloem), in dem die in den Blättern durch Photosynthese gebildeten Assimilate (vorwiegend Saccharose) in die übrigen Teile der Pflanze transportiert werden; Geleitzellen steuern vermutlich den Stoffwechsel der Siebröhrenzellen. Zum Weichbast gehört außerdem das Grundgewebe oder Parenchym (siehe Pflanzen: Grundgewebe). Die bei vielen Pflanzen außerdem vorhandenen Fasern des Hartbastes dienen der Stabilität. Sie bestehen aus langen, spitz zulaufenden Zellen von geringem Durchmesser und mit dicken Wänden. Die zugfesten, flexiblen Bastfasern verschiedener Pflanzenarten wie Lein, Hanf und Jute werden zu Seilen, Matten oder Geweben verarbeitet. Hartbast von Laubbäumen, u. a. Linden, wurde früher von Gärtnern zum Binden verwendet. Im gärtnerischen Sinn werden auch die Blattgewebestreifen der Raphiapalme als Bast bezeichnet. Bei Holzgewächsen wird die Bastschicht außen durch die Borke begrenzt – diese besteht aus abgestorbenen, verkorkten Außenschichten des Bastes. Das lebenslang weiterwachsende Kambium kann zur Bildung von riesigen Holzkörpern führen (z. B. Mammutbäume von über 100 Meter Höhe und zwölf Meter Stammdurchmesser oder Eukalyptusarten von fast 120 Meter Höhe) und dient neben der ständigen Bereitstellung neuer Leitungsbahnen auch der wachsenden Festigkeit und Stabilität des Pflanzenkörpers. In der Zoologie ist Bast diejenige Haut, die den Geweihknochen von Hirschen umgibt. Sie ähnelt pflanzlichem Bast, wenn sie im Sommer austrocknet und vom Hirsch an der Vegetation abgewetzt wird.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |