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Berlinale

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Filmfestspiele von Berlin: Goldener BärFilmfestspiele von Berlin: Goldener Bär

Berlinale, halboffizielle Kurzbezeichnung für die Internationalen Filmfestspiele Berlin. Sie zählt neben den Filmfestspielen von Venedig und Cannes zu den drei bedeutendsten Filmfestivals der Welt.

Die Berlinale findet jährlich im Februar in mehreren Lichtspielhäusern Berlins statt. Mit weit mehr als 400 000 Besuchern ist sie das größte Publikumsfestival der Welt. Gezeigt werden jedes Jahr rund 400 Filme, die verschiedenen Sektionen zugeordnet sind. Die zentrale Sektion der Berlinale ist der Wettbewerb; im Wettbewerbsprogramm werden gemäß den Statuten ausschließlich Filme gezeigt, die im Vorjahr produziert wurden und noch nicht außerhalb ihres Ursprungslandes oder bei einem anderen Filmfestival zur öffentlichen Vorführung gelangt sind. Eine internationale Jury, die jedes Jahr von der Festivaldirektion neu zusammengestellt wird, vergibt den Goldenen Bären für den besten Film des Wettbewerbs sowie sechs Silberne Bären: für die beste Regie, den besten Darsteller, die beste Darstellerin, das beste Drehbuch, eine herausragende künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design sowie für den zweitbesten Film des Wettbewerbs („Großer Preis der Jury”). Die Bären-Statuetten sind dem „Berliner Bären” nachempfunden und gehen auf einen Entwurf der Bildhauerin Renée Sintenis aus dem Jahr 1932 zurück.

Neben dem Wettbewerb werden Filme in weiteren Sektionen vorgeführt: In der Sektion „Internationales Forum des jungen Films” etwa wird politisch engagiertes Independent- und Avantgarde-Kino gezeigt; in der Sektion „Retrospektive” werden Werke zu einem filmhistorischen Schwerpunktthema vorgeführt, verbunden mit einer Hommage an einen Schauspieler oder einen Regisseur; in der Sektion „Panorama” werden Autorenfilme als Welt- oder Europapremieren gezeigt; in der Sektion „Generation” gibt es aktuelle internationale Kinder- und Jugendfilme; die Sektion „Berlinale Shorts” bietet ein Forum für Kurzfilme.

Neben dem Goldenen und den Silbernen Bären für die Wettbewerbsbeiträge werden im Rahmen der Berlinale mehr als zwanzig weitere – zum Teil von externen Sponsoren finanzierte – Preise verliehen, u. a. ein hoch dotierter Preis für einen herausragenden Erstlingsfilm, der von der internationalen Filmkritikervereinigung vergebene FIPRESCI-Preis, der Teddy Award für einen Film aus dem Themenbereich Homosexualität, die Berlinale Kamera für eine Persönlichkeit, die sich um die Berlinale verdient gemacht hat, sowie der Goldene Ehrenbär für ein filmkünstlerisches Lebenswerk. Im Umfeld der Berlinale finden zudem zahlreiche weitere Veranstaltungen der Filmbranche statt; von großer internationaler Bedeutung ist der nur für das Fachpublikum bestimmte Europäische Filmmarkt (EFM), ein bedeutender Handelsplatz für Produzenten, Agenten, Einkäufer und Verleiher.

Die Gründung der Berlinale geht auf die Initiative eines Mitarbeiters der amerikanischen Militärregierung zurück, der u. a. für die Förderung der Berliner Filmindustrie zuständig war; die Filmfestspiele der ersten Jahre wurden durch Darlehen der Militärregierung finanziert. Die Berlinale fand zum ersten Mal 1951 statt; seither wird sie alljährlich veranstaltet, und zwar zunächst im Sommer, seit 1978 im Februar. Erster Festspielleiter war der Filmhistoriker Alfred Bauer, der die Berlinale 25 Jahre lang prägte und zu einem Filmfestival von Weltrang machte. Bereits 1956 wurde die Berlinale vom internationalen Filmproduzentenverband Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films (FIAPF), der die Festivals nach bestimmten Kriterien klassifiziert und so ihre internationale Bedeutung festlegt, in die bedeutendste Kategorie A eingestuft; seither entscheidet nicht mehr das Publikum, sondern eine Jury aus Fachleuten über die Preisvergabe. Nachdem die Berlinale der fünfziger und sechziger Jahre eher eine Glamour-Veranstaltung gewesen war, auf der internationale Filmstars insbesondere aus Hollywood ihre neusten Blockbuster präsentierten, wurde das Festival Ende der sechziger Jahre politischer; so wurde etwa 1971 das progressive „Internationale Forum des jungen Films”, das ursprünglich eine Gegenveranstaltung zur Berlinale gewesen war, als Sektion ins offizielle Festivalprogramm integriert.

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