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Alfred Brehm

Enzyklopädieartikel

Alfred Brehm (1829-1884), deutscher Zoologe. „Tiervater Brehm” wurde vor allem durch seine zahlreichen Reisen als Naturforscher und durch sein überaus populäres und einflussreiches Werk Thierleben bekannt.

Er wurde am 2. Februar 1829 als Sohn des Pfarrers und Ornithologen Christian Ludwig Brehm in Renthendorf (bei Gera) geboren. Nach einer Maurerlehre und dem Besuch der Kunst- und Handwerksschule in Altenburg begann er 1846 in Dresden mit dem Studium der Architektur. Ein Jahr später, im Alter von 18 Jahren, unternahm er eine fünfjährige Expedition nach Afrika, nach deren Abschluss er beschloss, in Jena Naturwissenschaften zu studieren. 1855 wurde sein Buch Reiseskizzen aus Nordostafrika als Dissertation anerkannt. Sechs Jahre arbeitete Brehm nun als freier Schriftsteller und – nach der Hochzeit mit seiner Cousine Mathilde Reiz, die 17 Jahre später bei der Geburt des fünften Kindes starb – als Gymnasiallehrer für Geographie und Naturwissenschaften.

1863 wurde Brehm als erster Direktor des Zoologischen Gartens nach Hamburg berufen und fing mit der Herausgabe des sechsbändigen, in der zweiten Auflage zehnbändigen Werkes Thierleben an. Als Folge zunehmender Reibereien mit dem Verwaltungsrat des Hamburger Zoologischen Gartens kündigte Brehm 1866 seine Stellung und eröffnete drei Jahre später das Berliner Aquarium, das er bis 1874 leitete. Es folgten Reisen nach Westsibirien, Spanien und Nordamerika. Im Sommer 1884 kehrte Brehm nach Renthendorf zurück und starb dort am 11. November desselben Jahres.

Brehms großer Verdienst bestand darin, einem breiten Publikum in leicht verständlich und spannend geschriebener Form das Leben der Tiere nahe zu bringen. „Der Brehm” wurde zu einem Volksbuch und stand in fast jedem gutbürgerlichen Bücherregal. Zu Brehms Zeit wurden Tiere meist in trockener, wissenschaftlicher Form hauptsächlich nach innerer und äußerer Anatomie beschrieben. Kaum jemandem kam es in den Sinn, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu untersuchen. Mit seiner Tierliebe begeisterte er das Volk und gilt als Begründer der Verhaltensforschung. Brehms wichtigste Werke sind Reiseskizzen aus Nordostafrika (1855), Das Leben der Vögel (1861), Ergebnisse einer Reise nach Habesch (1863), Die Wirbelthiere des Waldes (1864), Bilder und Skizzen aus der Thierwelt im Zoologischen Garten zu Hamburg (1865), Thierleben (1863-1869) und Gefangene Vögel (1872-1876).

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