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Windows Live® Suchergebnisse Johann Jakob BreitingerEnzyklopädieartikel
Johann Jakob Breitinger (1701-1776), Schweizer Gelehrter und Schriftsteller. Gemeinsam mit Johann Jacob Bodmer avancierte er nicht nur innerhalb der schweizerischen Literatur zu einer zentralen Größe im Bereich der Dichtungstheorie des 18. Jahrhunderts. Breitinger wurde am 1. März 1701 in Zürich geboren und studierte Theologie und Philologie am Züricher Collegium Carolinum. Danach war er dort als Professor für Hebräisch, Griechisch, Logik und Rhetorik sowie als Chorherr des Zürcher Großmünsters tätig. Als Vertreter der Frühaufklärung trat er für eine Erneuerung des akademischen Unterrichts ein, den er von einer lebensfremden Orthodoxie zu befreien suchte. Für die Bemühungen Breitingers um eine Erneuerung der Poetik war die Zusammenarbeit mit dem Freund Johann Jacob Bodmer wichtig, mit dem er zusammen die Helvetische Bibliothek (1735-41), die Moralische Wochenschrift Discourse der Mahlern (1721-1723) und eine Ausgabe der Werke des Barockdichters Martin Opitz herausgab. Zu dem für die dichtungstheoretische Diskussion der Zeit folgenreichsten Werk jedoch wurde seine Critische Dichtkunst Worinnen die Poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung untersuchet wird (2 Bde., 1740), zu dem Bodmer die Vorrede schrieb und die sich an der englischen Literatur orientierte. Darin wird der Schriftsteller als „weiser Schöpfer einer neuen idealischen Welt” begriffen, ein Programm, dass den Verfassern die Gegnerschaft des Kreises um Johann Christoph Gottsched eintrug, der dem französischen Klassizismus verpflichtet war, gleichzeitig aber den Austausch mit Friedrich Gottlieb Klopstock und den Dichtern des Göttinger Hains förderte, die in ähnlicher Weise die Bedeutung der Einbildungskraft und des Wunderbaren für die Poesie betonten. Breitinger starb am 14. Dezember 1776 in Zürich.
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