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Windows Live® Suchergebnisse Chor (Architektur)Enzyklopädieartikel
Chor (Architektur), seit dem 14. Jahrhundert Bezeichnung für den gesamten Bauteil um den Hochaltar einer Kirche, das Kernstück der ganzen Anlage. In ihm versammelt sich der Klerus zum Gottesdienst. In karolingischer Zeit erfolgte die besondere Akzentuierung des Chorraums durch das Einfügen eines Chorquadrates zwischen Querhaus und Apsis; man spricht hier von ausgeschiedenem Chor. Oft ist der Chor um einige Stufen zum Langhaus hin, dem Gemeinderaum, erhöht, besonders wenn unter dem Chor eine Krypta liegt. Als Raumtrennung zwischen Klerus und Laien dienen seit frühchristlicher Zeit Chorschranken, die im Mittelalter zu Lettneranlagen werden. Deren Funktion übernehmen im Barock die Chorgitter. Bei querhauslosen Kirchenbauten, wie Bettelordenskirchen oder Hallenkirchen, beginnt der Chor als Saalchor im Langhaus. Kapellenbauten können Chor und Altarraum begleiten, so Querhauskapellen an den Kreuzarmen oder in die Tiefe gestaffelte Kapellen, die den Hauptchor begleiten. Der Chorumgang entstand aus der Emporhebung der Ringkrypta auf die Ebene des Chors und ist seiner liturgischen Bedeutung nach der Prozessionsweg um das unter dem Altar des Chors liegende Heiligengrab. Er ist zum Chor hin geöffnet; in der Gotik wird er nach außen durch Kapellen erweitert. Dieser Kapellenkranz bildet einen festen Bestandteil der Kathedralgotik. Trikonchos (Kleeblattchor) nennt man den Dreiraum, der aus den Apsiden von Querhaus und Chor gebildet wird. Er tritt an frühchristlichen Kirchenbauten auf und wird in der romanischen Baukunst Kölns wieder aufgenommen. Von Doppelchoranlagen spricht man, wenn zum Hauptchor (meist im Osten) ein Gegenchor im Westen hinzutritt. Diese treten ausschließlich an spätromanischen Domen in Deutschland auf.
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