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Windows Live® Suchergebnisse David CronenbergEnzyklopädieartikel
David Cronenberg (*1943), kanadischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Seit den siebziger Jahren gilt er als einer der profiliertesten Vertreter des Horrorfilms. Cronenberg wurde am 15. März 1943 als Sohn eines Zeitungsjournalisten und einer Pianistin in Toronto geboren, wo er Naturwissenschaften und Englisch studierte. Bereits während seines Studiums begann er, sich intensiv für Film zu interessieren, und 1966 realisierte er seine ersten beiden Kurzfilme, The Transfer und From the Drain. Mit Stereo (1969) und Crimes of the Future (1970) entstanden seine ersten beiden Spielfilme. Von Anfang an spezialisierte sich Cronenberg auf Horrorfilme mit ungewöhnlichen Schockwirkungen und psychologischem Tiefgang. Einige seiner Werke wurden zu Kultfilmen. In The Parasite Murders (1975; Parasiten-Mörder) werden einer Frau von einem Wissenschaftler Parasiten eingepflanzt, um sie von einer Krankheit zu heilen. Doch das Experiment misslingt, die Frau verwandelt sich in ein Monster, das Menschen mordende Parasiten hervorbringt. Rabid (1977; Rabid – Der brüllende Tod) und The Brood (1979; Die Brut) sind Variationen desselben Themas. Stilbildend wurde der ins Sciencefictiongenre hineinragende Horrorschocker Scanners (1980; Scanners – ihre Gedanken können töten) über einen Kampf um die Weltherrschaft zwischen Menschen, die aufgrund telekinetischer Fähigkeiten Köpfe zum Zerplatzen bringen können. Videodrome (1982; Videodrome) thematisiert die Gefahren des übermäßigen TV-Konsums; dieser Film markiert in Cronenbergs Werk die Abkehr von allzu plastischen Schockeffekten hin zu einem subtiler erzeugten, abgründigeren Horror. Seine Erfolge brachten Cronenberg nach Hollywood, wo als Erstes The Dead Zone (1983; Dead Zone – Das Zweite Gesicht, nach einem Roman von Stephen King) entstand. Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes (dargestellt von Christopher Walken), der über das zweite Gesicht verfügt und versucht, mit Gewalt den von ihm vorhergesehenen Ausbruch des 3. Weltkrieges zu verhindern. Seinen größten kommerziellen Erfolg erreichte Cronenberg mit The Fly (1986; Die Fliege), einem Remake des gleichnamigen Horrorklassikers mit Sciencefictionelementen von 1958. Der Film erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers, der sich nach einem Selbstversuch allmählich in eine Fliege verwandelt. In den Hauptrollen waren Jeff Goldblum und Geena Davis zu sehen. Als Meisterwerk des psychologischen Horrors gelobt wurde auch Cronenbergs nächster Film Dead Ringers (1988; Die Unzertrennlichen) über eineiige Zwillinge (Jeremy Irons in einer Doppelrolle), die in eine selbstzerstörerische Identitätskrise geraten. 1992 verfilmte der Regisseur Naked Lunch, den bekanntesten Roman von William S. Burroughs (Naked Lunch – Nackter Rausch); das Werk wurde von Publikum und Kritik jedoch reserviert aufgenommen. Mit dem Liebes- und Spionagedrama M. Butterfly (1993; M. Butterfly) über einen französischen Diplomaten (gespielt von Jeremy Irons), der sich 1964 in eine Sängerin der Pekingoper verliebt, welche sich als chinesischer Spion und zudem als Mann entpuppt, wandte sich Cronenberg vorübergehend vom Horrorgenre ab. Kontrovers diskutiert wurde Crash (1996; Crash), eine abstoßend inszenierte Studie einer Gruppe von Menschen, die aus einer pervertierten sexuellen Lust an Verletzungen Autounfälle herbeiführen. Der Cyber-Thriller eXistenZ (1999; eXistenZ) mit Jennifer Jason Leigh in der Hauptrolle widmet sich einem Computerspiel, das mit einem „Bioport” direkt ins menschliche Nervensystem geladen wird und so die Grenze zwischen „echter” und virtueller Realität verschwinden lässt – auch der Zuschauer ist im Unklaren, auf welcher Ebene das Geschehen gerade stattfindet. Auch die düstere Psychostudie Spider (2002; Spider) ist auf Verunsicherung der Zuschauer angelegt; der Film zeigt einen Schizophrenen (verkörpert von Ralph Fiennes), der sich in die Vergangenheit hineinimaginiert und diese halluzinatorisch umdeutet. Der in der Tradition des Film Noir gedrehte doppelbödige Psychothriller A History of Violence (2005; A History of Violence) zeigt einen vermeintlich durchschnittlichen amerikanischen Betreiber eines Imbisslokals (gespielt von Viggo Mortensen), der in Notwehr zwei Angreifer tötet und anschließend von seiner verdrängten Vergangenheit als Killer und Krimineller eingeholt wird. Erneut mit Viggo Mortensen in der Hauptrolle zeigt Cronenberg in seinem atmosphärisch dichten, sorgfältig inszenierten Thriller Eastern Promises (2007; Tödliche Versprechen) das bedrohliche Milieu der Londoner „Russenmafia”. Cronenberg tritt in eigenen wie in fremden Filmen immer wieder auch als Schauspieler in kleinen Rollen in Erscheinung.
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