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  • Darmflora - Wikipedia

    Als Darmflora wird die Gesamtheit der Mikroorganismen bezeichnet, die den Darm des Menschen wie von Tieren besiedelt und auch für den Wirtsorganismus von entscheidender Bedeutung ...

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Darmflora

Enzyklopädieartikel

Darmflora, an der Verdauung beteiligte Gemeinschaft von Mikroorganismen (vor allem Bakterien, aber auch Hefepilze und Protozoen) im Darm von Menschen und Tieren.

Die Arten der Darmflora besiedeln die Darmschleimhaut oder kommen frei im Darm vor. Sie sind am Aufschließen der Nahrung beteiligt und können Krankheitserreger unterdrücken, doch sind sie meist nicht lebensnotwendig. Wiederkäuer und manche Insekten wie Termiten beherbergen in ihrem Darm Cellulose abbauende Mikroben als Symbionten, für Meerestiere wie Fische gehören oft Leuchtbakterien zur Darmflora. Zusätzlich zur normalen autochthonen Darmflora gibt es eine allochthone Darmflora oder Durchgangsflora, die mit der Nahrung aufgenommen und wieder ausgeschieden wird.

Die Darmflora nimmt hinsichtlich der Individuen- und Artenzahl beteiligter Mikroorganismen von den oberen (sich an den Magen anschließenden und daher säurehaltigen) Abschnitten des Dünndarmes bis zum Mastdarm zu; etwa ein Viertel der Stuhlmasse besteht aus Bakterien der Darmflora. Im Dickdarm leben obligate und fakultative Anaerobier, also Bakterien, die entweder bei Anwesenheit von Sauerstoff sterben (obligate Anaerobier) oder ohne Sauerstoff auskommen (fakultative Anaerobier), aber den vorhandenen Sauerstoff verbrauchen. Diese Bakterien gehören zumeist zu den Gattungen Bifidobacterium, Bacteroides, Fusobacterium, Eubacterium und (wie Escherichia coli) zur Familie Enterobacteriaceae. Im Dünndarm gibt es Milchsäurebakterien und Enterokokken (siehe Streptokokken), z. B. Streptococcus faecalis. Im sauren Milieu des Magens leben u. a. säuretolerante Lactobakterien. Durch Einnahme von Antibiotika werden wichtige Darmbakterien abgetötet und antibiotikaresistente Keime gefördert, und es kann zu Verdauungsstörungen kommen. Eine Störung der Darmflora nennt man Dysbakterie. Im menschlichen Darm wurden außerdem 1 200 Virenarten nachgewiesen (Journal of Bacteriology, 2003), viele davon waren Bakterien parasitierende Phagen. Phagen spielen zwar weder für die menschliche Verdauung noch als Krankheitserreger eine direkte Rolle, sie können jedoch Erbgut (siehe Nucleinsäuren) und damit krank machende Eigenschaften von einem Bakterium auf ein anderes übertragen.

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