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  • Denken – Wikipedia

    Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer aktiven inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen suchen.

  • www.visuelles-denken.de

    Informationen über Gehörlosigkeit und die Deutsche Gebärdensprache. Mit Online-Schnupperkurs in die Gebärdensprache.

  • Denken Zitate und Sprüche

    Zitate und Sprüche über Denken. ... Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

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Denken

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Denken, die den menschlichen Erkenntnisprozess wesentlich kennzeichnende, aktive, verstandesmäßige und ordnungsstiftende Verarbeitung gegebener Informationen, mit dem Ziel, Begriffe zu bilden, Bedeutungen zu verstehen, Sinnzusammenhänge offenzulegen, Schlussfolgerungen zu ziehen, Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen.

Insofern die Berücksichtigung möglichst aller relevanten Informationen für ein adäquates Bedeutungs- und Sinnverstehen notwendig ist, ist neben der Intelligenz auch eine differenzierte Wahrnehmung eine für die Qualität des Denkens entscheidende Voraussetzung. Zu den Mitteln, derer sich das Denken häufig bedient, gehört die Sprache, mit deren Hilfe Gesetzmäßigkeiten formuliert und Bezeichnungen für Begriffe gebildet werden können, die den Prozess des Denkens per Kommunikation nachvollziehbar und seine logische Struktur und Folgerichtigkeit überprüfbar machen. Sprache und schriftliches Protokoll ermöglichen auch in komplexen Fragen an das bereits Gedachte, an die Erfahrung des Denkens anzuknüpfen. Diese Methode des aus der (immer wieder überprüften) Erfahrung schöpfenden und an sie anknüpfenden Denkens ist eine der Grundlagen der Wissenschaft. Dennoch kann man nach heutigen Erkenntnissen nicht sagen, dass Sprache die notwendige Voraussetzung von Denken ist: Es gibt auch nichtsprachliches Denken sowohl beim Menschen als auch bei höheren Säugetieren (z. B. Werkzeuggebrauch bei Affen).

In der Denkforschung wird zwischen konvergentem und divergentem Denken unterschieden. Ergebnis des divergenten Denkens (siehe Kreativität) ist eine Vielfalt verschiedenartiger Lösungen, während das konvergente Denken die eine, richtige Lösung hervorbringt.

2

Problemlösen

Entscheidende Bedeutung kommt dem Denken für das Problemlösen zu. Im Hinblick darauf ist Denken ein heuristischer Prozess, der sich von einer unvollständigen Ausgangsinformation mit Hilfe logischer Analyse, analogie- und begriffsbildenden Schließens sowie des Rückgriffs auf gemachte Erfahrungen über die Einsicht in die Struktur des Problems und seiner Teilprobleme in Richtung auf die Problemlösung vollzieht.

Bei dem auf Problemlösen gerichteten Denken können folgende Phasen unterschieden werden: erstens die Präparation (lateinisch für Vorbereitung, hierzu gehören die Identifizierung, d. h. das Erkennen des Problems, und die Differenzierung, d. h. die systematische Aufgliederung seiner Teilstrukturen); zweitens eine Inkubation genannte Ruhephase; drittens die Illumination (lateinisch für Erleuchtung, das so genannte Aha-Erlebnis); viertens die Evaluation (lateinisch für Auswertung); sowie fünftens die Übertragung und Ausführung.

In den letzten Jahren hat sich die denkpsychologische Forschung verstärkt dem komplexen Problemlösen zugewandt. Hierunter versteht man ein Problemlösen, das sich auf inhaltliche Bereiche bezieht, die durch sehr hohe Komplexität gekennzeichnet sind, wie sie beispielsweise bei der politischen Entscheidungsfindung auftreten. Hohe Komplexitätsgrade werden erreicht, wenn das Problem intransparent ist, d. h. wenn für den Problemlöser nicht erkennbar ist, was an Information gegeben ist, welche Handlungen ausgeführt werden müssen, was sie bewirken können und worin eigentlich die zu erreichenden Ziele exakt bestehen. Komplexes Problemlösen wird in der Regel untersucht, indem man Personen vor ein Problem stellt, das in der Computersimulation einer realen Umweltsituation und der sich dort ergebenden Probleme besteht. Beispielsweise stellten der deutsche Psychologe Dietrich Dörner und seine Mitarbeiter ihre Versuchspersonen vor das Problem, die Lebensqualität der Gemeinde Lohhausen zu erhöhen, indem sie die Versuchspersonen die Rolle eines Bürgermeisters dieser Gemeinde spielen ließen. Dabei zeigte sich, dass schlechte Problemlöser sich nicht intensiv genug mit einem Thema (z. B. Wirtschaftsförderung, Arbeitslosigkeit) beschäftigten und die jeweiligen Umstände weniger genau analysierten als gute. Außerdem trafen sie nur wenige Entscheidungen und koordinierten ihre Entscheidungen nicht. Sie neigten dazu, ihr Verhalten nicht kritisch zu reflektieren, sie benötigten mehr Informationen von außen als gute Problemlöser, und sie zeigten weniger Vorausplanung.

Erwartet wurde, dass ein positiver Zusammenhang bestehen sollte zwischen der Intelligenz eines Problemlösers (gemessen mit einem Intelligenztest) und der Güte seiner Problemlösungen. Dieser Zusammenhang wurde jedoch nicht gefunden: Intelligente und weniger Intelligente schnitten annähernd gleich gut ab: Ab einem gewissen Komplexitätsgrad eines Problems ist die Intelligenz einer Person nicht mehr allein für die Problemlösefähigkeit verantwortlich, da die Situation auch für sehr intelligente Personen nicht mehr vollständig zu bewältigen ist. Dann kommen Persönlichkeitseigenschaften wie Selbstsicherheit oder Angst vor Misserfolg ins Spiel. Sie entscheiden darüber, ob die weitere Vorgehensweise der intellektuellen Kapazität entspricht oder nicht: Selbstsichere Personen, die gleichzeitig wenig Angst vor Misserfolg haben, können in komplexen Problemlösesituationen ihre Intelligenz besser ausschöpfen als andere.

3

Entscheidung

Die psychologische Forschung zur Entscheidungsfindung verfolgt das Ziel herauszufinden, nach welchen Prinzipien Menschen Entscheidungen treffen, welche Überlegungen sie dabei anstellen, nach welchen Prinzipien sie verschiedene Handlungs- oder Wahlalternativen bewerten und gewichten, ob sie dabei rational vorgehen oder sich durch emotionale Dinge beeinflussen lassen. Als Ergebnis stellt man die ermittelte Vorgehensweise in Form so genannter Entscheidungsheuristiken dar. Hierbei handelt es sich um Regeln, die verwendet werden, um komplizierte Entscheidungen für oder gegen bestimmte Alternativen herbeizuführen. Die Heuristiken bestehen in der Bewertung und Gewichtung der positiven und negativen Aspekte der Wahlalternativen. Dabei werden in der Regel auch Vereinfachungen der gegebenen Situation zur Reduzierung der Komplexität vorgenommen, indem gegebene, aber gering gewichtete Information unberücksichtigt bleibt, um sich auf die wesentlich erscheinenden Aspekte beschränken zu können.

Die vorliegenden Forschungsergebnisse lassen den Menschen als einen Entscheider erscheinen, der nur über eine begrenzte Rationalität verfügt: Er verwendet keineswegs alle zur Verfügung stehenden Informationen, er verfügt nicht über ein Höchstmaß an Sensitivität, d. h., er kann den Nutzen verschiedener Wahlalternativen keineswegs beliebig genau feststellen, und er zeigt in seinem Entscheidungsverhalten nicht immer Transitivität (Letzteres lässt sich folgendermaßen erläutern: Alternative A ist wertvoller als B, B ist wertvoller als C, also sollte man beim Entscheiden davon ausgehen, dass A wertvoller als C ist, was jedoch nicht immer der Fall ist). Generell kann man sagen, dass sich der Mensch in seinen Entscheidungen nicht immer an einem Nutzenmaximierungsprinzip orientiert, sondern daran, was ihm als „ausreichend gutes” Ergebnis erscheint. Dieses Verhalten ist insofern irrational, als die Wahl von affektiven und nicht ausschließlich von rationalen Erwägungen dominiert wird.

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