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Windows Live® Suchergebnisse EchtzeitverarbeitungEnzyklopädieartikel
Echtzeitverarbeitung, Begriff für die automatische Verarbeitung von Daten, wobei das jeweilige System in der Lage sein muss, auf bestimmte Ereignisse innerhalb einer bestimmten Zeit zu reagieren. Echtzeitverarbeitung ist eine der Hauptforderungen der computergesteuerten Regelung (siehe Automatisierung). Ein ausgewähltes Beispiel für die Anwendung von Echtzeitverarbeitung ist ein Prozesscomputer, der zur Drucküberwachung und -regelung eines Industriekessels dient. Falls der Drucksensor eine Überschreitung des maximal zulässigen Druckes misst, muss der Computer innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne, die oft im Bereich weniger Millisekunden liegt, auf dieses Ereignis eingehen. In diesem Fall öffnet das System z. B. sofort ein Ablassventil (siehe Ventil) und verhindert auf diese Weise eine mechanische Überbeanspruchung des Kessels sowie mögliche Folgeunfälle – die ungünstigste Folge wäre eine Explosion. Das Problem dabei besteht darin, dass die Reaktion des Prozesscomputers nur erfolgen kann, wenn er nicht damit beschäftigt ist, eine andere Folge von Befehlen zu bearbeiten. Deshalb müssen alle möglichen Befehlsabfolgen so beschaffen (programmiert) sein, dass ihre Abarbeitung unter keinen Umständen länger dauert als die maximal zulässige Reaktionszeit. Marktübliche Multitaskingsysteme (siehe Multitasking) wie u. a. Windows, OS/2 oder Unix können diese Bedingungen nicht oder nur für sehr lange Fristen (bis zu etlichen Sekunden) erfüllen. Dies liegt daran, dass bei diesen komplexen Systemen bestimmte Abschnitte der Betriebsbefehle nicht von außen unterbrechbar sind und unter Umständen lange Zeiten für die vollständige Abarbeitung benötigen.
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