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Windows Live® Suchergebnisse FeuchtgebieteEnzyklopädieartikel
Feuchtgebiete, in der Geographie und Ökologie zusammenfassende Bezeichnung für Gebiete mit ständigem oder überwiegendem Wasserreichtum und einer dadurch bedingten typischen Flora und einer spezifischen Fauna. Beispiele für Feuchtgebiete sind Moore, Sümpfe, Quellfluren, Feuchtwiesen, Auenwälder, Bruchwälder und andere Feuchtwälder. Der Begriff ist jedoch nicht genau definiert. Mitunter werden nur feuchte Landökosysteme mit Süßwasser zu den Feuchtgebieten gezählt, manchmal auch Seen, Flüsse, Ästuare, Marschen und Mangrovenwälder im Meer- oder Brackwasser. Zu den international bekanntesten und ausgedehntesten Feuchtgebieten zählen das Okavango-Delta im Süden Afrikas und das Pantanal im Süden Brasiliens. Feuchtgebiete beheimaten eine Vielzahl seltener Lebewesen, die an die spezifischen Bedingungen dieses Lebensraumes (siehe Biotop) angepasst sind. Die dort lebenden Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen müssen mit dem ständigen Wasserüberschuss zurechtkommen, der häufig mit unzureichender Sauerstoffversorgung und Fäulnisgefahr einhergeht. In Feuchtgebieten lebende Bäume haben daher als besonderen Anpassungsmechanismus spezielle Wurzeln ausgebildet. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Sumpfzypressen der Gattung Taxodium im Südosten der USA, die in Mitteleuropa gern als Ziergehölze gepflanzt werden. Der ökologische Wert von Feuchtgebieten ist nicht darauf beschränkt, dass sie vielen Arten Lebensraum bieten. Sie vermindern beispielsweise auch die Hochwassergefahr, indem sie Überschüsse an Regen- und Schmelzwasser aufnehmen und langsam wieder abgeben. Vegetation und Boden von Feuchtgebieten filtern Verunreinigungen aus dem versickernden Wasser und leiten es so gereinigt in Flüsse, Seen, Binnenmeere und Grundwasserleiter zurück. Feuchtgebiete an Küsten tragen zur Stabilisierung der Ufer und zur Landbildung bei, indem sie Sedimente zurückhalten. Außerdem fangen sie die Wucht der Wellen auf und schützen dadurch die landeinwärts liegenden Gebiete vor Erosion. 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar die internationale Konvention von Ramsar zum Schutz von Feuchtgebieten (insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel) geschlossen, die im Dezember 1975 in Kraft trat. Deutschland, das der Konvention im Januar 1976 beitrat, weist mittlerweile über 30 Ramsar-Gebiete aus. Dazu gehören u. a. die Donauauen, der Chiemsee und das Müritz-Ostufer.
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