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Freidenker

Enzyklopädieartikel

Freidenker, im 17. Jahrhundert in England entstandener Begriff für religiös ungebundenes und die Formen religiöser Lebensgestaltung ablehnendes Denken. Insgesamt handelt es sich beim Freidenkertum um eine sehr heterogene Strömung, deren wesentliche Gemeinsamkeit in der Ablehnung des kirchlichen Anspruchs auf Setzung sozialer und moralischer Normen besteht.

Ursprünglich zumeist konnotiert mit einem konsequenten Atheismus, verstand man unter Freidenkern bald vornehmlich die Anhänger des Deismus (siehe Herbert von Cherbury), also die Vertreter der Auffassung, dass es zwar einen Gott gebe, der die Welt erschaffen habe, er jedoch seither nicht mehr in das irdische Geschehen eingreife, also auch nicht die Gestalt Jesu Christi. Eine solchermaßen deistische Auffassung vertraten in Frankreich u. a. Voltaire und Jean-Jacques Rousseau, in Deutschland etwa Gotthold Ephraim Lessing. Seit Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich unterschiedliche Verbände freidenkerischer Organisationen, die in Deutschland nach der Machtergreifung Hitlers 1933 während des Nationalsozialismus allesamt verboten waren. 1949 schlossen sie sich zum Volksbund für Geistesfreiheit zusammen. 1951 gründete sich der Deutsche Freidenker-Verband.

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