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Windows Live® Suchergebnisse GemmenEnzyklopädieartikel
Gemmen, ursprünglich aus Halbedel- oder Edelsteinen in Hoch- oder Tiefschnitt gefertigte Siegel, später Schmuckstücke. Seinen Höhepunkt erreicht das Schneiden von Gemmen aus zweifarbigen Steinen, von denen die eine Schicht den Fond, die andere das Relief bildet, in der römischen Kaiserzeit; eines der berühmtesten Exemplare ist die um 12 v. Chr. entstandene Gemma Augustea (Wien, Kunsthistorisches Museum). Als Materialien dienten Chalcedon, Amethyst, Granat, Karneol und Sardonyx, daneben wurden auch farbige Gläser geschnitten (Glasschnitt). Während im griechischen Osten die Steinschneidekunst ohne Unterbrechung fortlebte, verlor der Gemmenschnitt im nachantiken Westeuropa an Bedeutung; in dieser Zeit wurden erhaltene antike Gemmen in Reliquiaren und Buchdeckeln wiederverwendet. Als mit der Eroberung Konstantinopels 1204 eine Fülle von Gemmen nach Westeuropa gelangte, wurden diese in größere Ensembles eingefügt, so in den Altaraufsatz der Pala d’oro in San Marco in Venedig. Das Wiederanknüpfen an die Antike in der Renaissance brachte auch ein Wiederaufleben des Gemmenschneidens, das zu einer regen Sammeltätigkeit der Fürsten führte. Die Gemmen des Klassizismus hingegen sind meist Imitate antiker Vorlagen.
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