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Windows Live® Suchergebnisse GlossematikEnzyklopädieartikel
Glossematik, (griechisch glossa: „Zunge, Sprache, Wort”), eine Theorierichtung innerhalb der strukturalistischen Linguistik, die in den dreißiger Jahren von den Dänen Louis Trolle Hjelmslev und H. J. Uldall entworfen wurde. Die Bezeichnung Glossematik ist aus den Glossemen abgeleitet, den kleinsten unveränderlichen Grundeinheiten der Sprache. Ausgangspunkt für die Theorie war die Auffassung, dass die Sprache keine Substanz ist, sondern eine Form. Sie bildet ein einzigartiges System, das unabhängig von der alltäglichen Verwendung in der sprachlichen Kommunikation existiert. Bereits Ferdinand de Saussure sah im sprachlichen Zeichen den Zusammenfall einer Ausdrucks- und einer Inhaltsseite. Diese beiden Ebenen stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander, entweder in gegenseitiger Abhängigkeit (Interdependenz), einseitiger Abhängigkeit (Dependenz) oder in freier Abhängigkeit (Konstellation). Dadurch ergibt sich ein Geflecht von Relationen, das zur eigentlichen inneren Struktur der Sprache führt. Eine weitere Differenzierung bildet die Unterteilung der Ausdrucks- und der Inhaltsseite in jeweils eine Form und eine Substanz, so dass sich vier Untersuchungsebenen ergeben: Phonetik (Form des Inhalts), Phonologie (Substanz des Inhalts), Grammatik (Form des Ausdrucks) und Semantik (Substanz des Ausdrucks). Untersucht werden die Relationen zwischen diesen einzelnen Bestandteilen, wobei der Form eine besondere Bedeutung zufällt. Das sprachliche Zeichen selbst erscheint dabei als Schnittpunkt von Abhängigkeiten. Die Glossematik verwendet eine komplexe Terminologie und nicht definierte Ausgangsbegriffe (Axiomatisierung), die diesem linguistischen Modell die Form eines mathematischen Kalküls geben.
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