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Windows Live® Suchergebnisse GrauhörnchenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Körperbaumerkmale; Lebensraum und Lebensweise; Einbürgerung in fremde Regionen; Systematische Einordnung
Grauhörnchen, baumbewohnende nordamerikanische Hörnchenart. Das Grauhörnchen ist von Natur aus im Osten der USA und im Südosten Kanadas verbreitet. Es wurde in verschiedenen Regionen Amerikas (u. a. in Kalifornien) sowie in Großbritannien, Italien und Südafrika eingebürgert (siehe Faunenverfälschung).
Das Grauhörnchen ist mit etwa 25 bis 30 Zentimeter Kopfrumpflänge, einem 15 bis 25 Zentimeter langen Schwanz und einem Gewicht von 300 bis 700 Gramm größer und schwerer als das europäische Eichhörnchen. Es hat ein oberseits graues und unterseits weißes Fell ohne Haarbüschel an den Ohren. Zwischen Männchen und Weibchen besteht hinsichtlich Größe und Färbung kein Unterschied.
Das Grauhörnchen bewohnt Laubwälder und Parks; die höchsten Siedlungsdichten bestehen in Wäldern mit Eichen, Hickory- oder Walnussbäumen, deren Früchte das Grauhörnchen als Winternahrung vergräbt. Als Quartiere dienen ihm Baumhöhlen oder flache Nester, die es aus Zweigen auf Ästen errichtet. Grauhörnchen fressen u. a. Nüsse, Blüten, Knospen, Baumrinde, Kräuter, Getreide, Pilze, Insekten, Vogeleier, Nestlinge und Frösche. Weibchen können bereits im Alter von etwa einem halben Jahr trächtig werden, die meisten pflanzen sich jedoch in ihrem zweiten Lebensjahr erstmals fort. Männchen werden am Ende ihres ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Die meist zwei oder drei (maximal acht) Jungen werden nach einer Tragzeit von etwa 44 Tagen zumeist im zeitigen Frühling oder im Sommer geboren; bei gutem Nahrungsangebot können die Weibchen im selben Jahr ein zweites Mal werfen. Die Jungen werden etwa zwei Monate gesäugt. Zu den Fressfeinden der Grauhörnchen gehören Greifvögel, Eulen, Raubtiere und Schlangen. In den USA werden jedes Jahr mehrere Millionen Grauhörnchen erlegt. Die Lebensdauer von Grauhörnchen beträgt im Freiland bis zu zwölf Jahre, in menschlicher Obhut maximal 23 Jahre.
Zwischen 1876 und 1929 wurden in Großbritannien wiederholt Grauhörnchen ausgesetzt, wo ihr Bestand mittlerweile etwa anderthalb Millionen Tiere beträgt. Sie richten dort erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden an, indem sie das heimische Eichhörnchen verdrängen, Vogelnester plündern und Baumrinde schälen. Vergleichbar sind die Konsequenzen in Norditalien, wo Grauhörnchen 1948 eingebürgert wurden. In Südafrika wurden Grauhörnchen um 1900 ausgesetzt; sie schädigen dort vor allem den Obstbau. Nicht völlig geklärt ist, warum die Bestände der Eichhörnchen bei Anwesenheit des Grauhörnchens zurückgehen. In Italien wurde beobachtet, dass Grauhörnchen Nahrungsvorräte von Eichhörnchen plündern, wodurch die Eichhörnchen möglicherweise unter Nahrungsmangel leiden. In Großbritannien ist ein hoher Anteil der Grauhörnchen mit dem Parapoxvirus infiziert, einem Virus aus der Familie der Pockenviren (Poxviridae). Während Grauhörnchen offenbar nicht an dem Virus erkranken, verläuft eine Infektion für Eichhörnchen tödlich. In Gebieten, in denen das Virus auftritt, wurden dramatische Rückgänge der Eichhörnchenbestände festgestellt (Epidemiology and Infection, 2006).
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