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Windows Live® Suchergebnisse HaustiereEnzyklopädieartikel
Haustiere, unter Einwirkung der Menschen aus Wildtierarten entstandene Tiere, die zu deren Nutzung oder aus Liebhaberei gezüchtet werden. Haustiere sind Unterarten ihrer wild lebenden Vorfahren, deren körperliche Merkmale und Verhaltensweisen durch Domestikation verändert wurden. Das bedeutet, dass durch die Züchtung der Haustiere keine neuen Arten, sondern lediglich Rassen geschaffen wurden. Einige körperliche Veränderungen sind bei allen Haustieren im Vergleich zu ihren wilden Stammtieren zu beobachten: So ist das Gehirn bei Haustierrassen bis zu 30 Prozent kleiner. Der Gesichtsschädel und der Unterkiefer verkürzen sich bei gleichzeitiger Aufbiegung (Vermopsung). Die Fortpflanzungsrate ist bei Haustieren erheblich gesteigert, die Tiere werden früher geschlechtsreif, die Zahl der Jungen steigt (ein Wildschwein hat vier bis sechs Junge, ein Hausschwein bis 31) und die Fortpflanzung ist jahreszeitlich ungebunden. Ebenso nimmt die Körpergröße ab; erst unter der Wirkung züchterischer Eingriffe werden Haustiere – sofern es als Zuchtziel erwünscht ist – wieder größer. Zudem kommt es zur Züchtung von Zwergformen: So ist der Zwergpudel 1,5 Kilogramm schwer im Vergleich zum 60 Kilogramm schweren Riesenpudel. Aber auch Verhaltensweisen ändern sich durch die Domestikation: Im Lernverhalten zeigen Haustiere eine erhebliche Abnahme der Leistungen, die Balz ist reduziert oder fällt ganz weg, die Häufigkeit sexueller Reaktionen steigt dagegen. Von den etwa 60 000 bekannten Säugetierarten sind nur etwa 20 domestiziert worden. Gleiche Haustiere entstanden annähernd gleichzeitig in verschiedenen, geographisch voneinander getrennten Hochkulturen: in Europa, Nordafrika, Vorderasien, Mittel- und Südamerika. Insgesamt gab es 2000 etwa 6 500 Nutztierrassen. Hochkulturen ohne Haustiere sind nicht bekannt. Die Übernahme von Wildtieren in den Haustierstand machte die Versorgung der Menschen von der Jagd unabhängig. Dies ist ein wichtiger Grund für die stetig steigende Bevölkerungszahl. Heute ist der Mensch mehr denn je von der ständig intensivierten Haustierhaltung abhängig. Einige Haustiere wurden jedoch aus anderen Gründen domestiziert. Labortiere (Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen) dienen wissenschaftlichen Zwecken, Pelztiere (Chinchillas, Nerze, Waschbären) werden für die Bekleidungsindustrie gehalten, und Heimtiere (Hunde, Katzen, Goldhamster, Kanarienvögel) dienen dem Menschen als Gefährten und zur Zerstreuung. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 2000 mitteilte, sind im 20. Jahrhundert etwa 1 000 domestizierte Vogel- und Säugetierrassen ausgestorben. Derzeit gingen pro Woche zwei Rassen unwiederbringlich verloren.
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