Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Johann Peter HebelEnzyklopädieartikel
Johann Peter Hebel (1760-1826), Dichter. Bekannt wurde er durch seine Kalendergeschichten und Anekdoten sowie durch seine dialektal gefärbte Heimatliteratur. Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren und wuchs in Südbaden auf. Die Kultur des Alemannischen prägte sein Leben und seine Dichtung. Nach dem frühen Tod der Eltern ermöglichtem ihm Gönner den Besuch des Gymnasiums in Karlsruhe und das Studium der Theologie in Erlangen. Als Vikar, Gymnasiallehrer und zuletzt Prälat der lutherischen Landeskirche lebte er wieder in Baden. Am 22. September 1826 starb er in Schwetzingen. Hebels Lyrik im alemannischen Dialekt (Allemannische Gedichte. Für Freunde ländlicher Kultur und Sitten, 1803) stellt einen Höhepunkt der deutschen Mundartdichtung dar. Die Gedichte, die den bäuerlichen Alltag behandeln, wurden in viele andere Dialekte übertragen. Nicht zuletzt Johann Wolfgang von Goethe hob lobend hervor, dass Hebel mit ihnen „auf die naivste, anmutigste Weise durchaus das Universum verbauert” habe. Noch heute lebendig sind die Erzählungen des Schatzkästleins des rheinischen Hausfreunds, die zwischen 1803 und 1811 erschienen. Walter Benjamin bezeichnete es als „eines der lautersten Werke der deutschen Prosa-Gold-Schmiederei”. Die Geschichten schildern einfache Erlebnisse edler oder auch schlichter Personen, darunter Gauner und Spaßvögel. Das Geschehen wird oft ergänzt durch Kommentare des Erzählers, die das Nachdenken des Lesers notwendig machen, da sie eine nahe liegende Moral der Geschichte in Frage stellen. Zu den Meisterwerken deutscher Erzählkunst gehört Hebels in ihrer lakonischen Klarheit unübertroffene Erzählung Unverhofftes Wiedersehen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |