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  • Heimatroman – Wikipedia

    Der Heimatroman ist ein Genre der Trivialliteratur. Er zählt zur Volksliteratur, die sich populären Lesestoffen wie Heftchenromane oder Erbauungsschriften und traditionellen ...

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Heimatroman

Enzyklopädieartikel

Heimatroman, neben der Dorfgeschichte die Hauptform der Heimatliteratur, in der Heimat als Wertfaktor alle anderen dargestellten Inhalte des Romans dominiert. Landschaftsschilderung, dialektale Sprachfärbung, bäuerliche Milieustudien etc. dienen einer wirklichkeitsgetreuen Abbildung von Realität oder aber auch der Erzeugung einer idealisierten Welt. Diese erstarrt in trivialen Heimatromanen als Produkt der Trivialliteratur oft zur idyllischen Kulisse, vor der ein pseudoproblematischer Konflikt oder eine banale Schwankhandlung abläuft. Seine stärkste Ausprägung erfährt dieses Muster etwa im Bauernroman, im Bergroman oder in der Hochlanddichtung.

Traditionsbildend für den anspruchsvolleren Heimatroman wurden der volkspädagogische Roman Lienhard und Gertrud (4 Bde., 1781-1787) von Johann Heinrich Pestalozzi und vor allem das erzählerische Werk von Jeremias Gotthelf, namentlich Uli der Knecht (1846), Geld und Geist (1844) und Uli der Pächter (1849). Die reformerische und zeitkritische Tendenz dieser Heimatliteratur wurde bald zugunsten einer populären, poetisch verklärten Darstellung des ländlichen Raumes aufgegeben, eine Tendenz, die sich etwa an Berthold Auerbachs Schwarzwälder Dorfgeschichten (1843-1854) und an Ludwig Ganghofers Die Martinsklause (1849) bzw. Schloß Hubertus (1895) beobachten lässt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Heimatroman im Zeichen eines Antimodernismus und der so genannten Heimatkunst programmatische Züge an, so bei Peter Rosegger (Als ich noch der Waldbauernbub war, 3 Bde., 1900-1902) und Gustav Frenssen (Jörn Uhl, 1901). Auf die distanziert-kritische Heimatdarstellung in Romanen der zwanziger Jahre, z. B. bei Oskar Maria Graf oder Lena Christ, folgte als Gegenwendung die Ideologisierung der Gattung in der nationalsozialistischen Blut-und-Bodendichtung. Innerhalb der deutschen Literatur nach 1945 nahmen (und nehmen) Autoren die Tradition des Heimatromans in reflektierter Form wieder auf, so etwa Siegried Lenz, oder bedienen sich des Gattungsklischees, um Provinzialismus auf gesellschaftsanalytische Weise zu thematisieren. Ein Beispiel für einen solchen „Antiheimatroman” schuf der österreichische Schriftsteller Franz Innerhofer, der mit seinen negativen Bauernromanen Schöne Tage (1974), Schattenseite (1975) und Die großen Wörter (1977) bekannt wurde.

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