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Heinrich von Veldeke

Enzyklopädieartikel

Heinrich von Veldeke (zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts), mittelhochdeutscher Epiker und Minnesänger. Er gehört zu den wichtigsten Vorläufern der Hauptepoche der deutschen Literatur des Mittelalters, der höfischen Klassik.

Über das Leben Heinrichs von Veldeke ist nur wenig bekannt. Wolfram von Eschenbach und Gottfried von Straßburg preisen ihn als weisen Mann und Schöpfer der Minnedichtung. Vermutlich war er ein gebildeter Ministeriale und lebte bei Hasselt im heutigen Belgien. Neben Minneliedern sind zwei epische Werke Heinrichs überliefert. Es sind dies die Verslegende über Leben, Wunderwerke und Tod des heiligen Servatius, des Maastricher Kirchenpatrons, und – als Hauptwerk – der Roman Eneide, der als Quelle eine französische Fassung von Vergils Aeneis nutzte. Der mittelalterlichen Tradition des Antikenromans entsprechend wird hier der antike Held Aeneas als Urahne des abendländischen Ritters dargestellt. Literaturgeschichtlich bedeutsam ist die Eneide vor allem durch die rhetorisch glanzvoll gestalteten Minnemonologe bzw. -dialoge, in welchen der geistige Minnegedanke der Zeit zum Ausdruck kommt. Von Heinrichs Minnelyrik sind 30 meist einstrophige Lieder erhalten, die sich durch großen Bilderreichtum sowie durch eine Tendenz zur Reflexion auszeichnen und die Minne u. a. als Spiel interpretieren.

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