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Windows Live® Suchergebnisse Eckhard HenscheidEnzyklopädieartikel
Eckhard Henscheid (*1941), Schriftsteller. Gemeinsam mit Robert Gernhardt, Clodwig Poth, F. W. Bernstein und Hans Traxler gehörte er zu den führenden Vertretern der so genannten Neuen Frankfurter Schule, die im Umfeld der Satirezeitschrift Titanic entstand. Sein deutlich satirisch-humoristisch geprägter Literaturansatz stand ihm lange Zeit bei einer Akzeptanz als ernst zu nehmender Schriftsteller im Weg. Henscheid wurde am 14. September 1941 in Amberg geboren. Nach seinem Abitur 1960 begann er ein Studium der Publizistik und Germanistik in München, das er 1967 mit dem Magister Artium beendete. Nach 1968 arbeitete er zwei Jahre als Volontär der Mittelbayrischen Zeitung in Regensburg und war bis 1970 einige Monate als Redakteur der Satirezeitschrift pardon tätig. Den Beginn von Henscheids erfolgreicher Schriftstellerkarriere markierten die Romane der Trilogie des laufenden Schwachsinns, zu der Die Vollidioten. Ein historischer Roman aus dem Jahr 1972 (1973), Geht in Ordnung-sowieso--genau--- (1977) und Die Mätresse des Bischofs (1978) gehören. Die in der Gegenwart spielenden Romane sind im Sprachgestus an den Realismus der Autoren des 19. Jahrhunderts angelehnt und vermitteln durch die genaue Beschreibung trivialster Ereignisse ein Bild des sinnentleerten Alltags bundesrepublikanischer Wirklichkeit. Heute lebt und arbeitet Henscheid als freier Schriftsteller in Amberg und Frankfurt/Main. Henscheids umfangreiches Werk beinhaltet neben Romanen, Gedichten, Erzählungen und Satiren auch Essays zu Musik (Über Oper. Verdi ist der Mozart Wagners, 1979), Literatur (Eckermann und sein Goethe, 1979) und Sprache (Dummdeutsch, 1985). Seine Kritiken sind gefürchtet, denn auch gegenüber Kollegen hielt sich Henscheid mit deutlichen Aussagen nicht zurück („Die Überschätzten der letzten vierzig Jahre neben Allen: Sartre, Camus, Moravia, Calvino, Minetti, Fischer-Dieskau, I. Bergmann, S. Kubrik, Böll, Koeppen, Grass, Handke, B. Strauß, Fassbinder”). Zusammen mit Robert Gernhardt schrieb er lange Zeit Texte für den Komiker Otto Waalkes. Weitere Werke Henscheids sind Kleine Poesien (1992), Die Lieblichkeit des Gardasees. Gesammelte Erzählungen (1993), Hersburger Trilogie (1993), An krummen Wegen (1994), Welche Tiere und warum das Himmelreich erlangen können (1995) und Über Manches. Ein Lesebuch (1996). 1997 erschien gemeinsam mit Brigitte Kronauer und Gerhard Henschel die Kulturgeschichte der Mißverständnisse. Studien zum Geistesleben, 1999 dann Dolce Madonna Bionda. Eine subtil ironische Annäherung an die Welt der Oper legte er mit dem Text Warum Frau Grimhild Alberich außerehelich Gunst gewährte. Neue musikalische Schriften (2001) vor.
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