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Windows Live® Suchergebnisse Hexe (Märchen)Enzyklopädieartikel
Hexe (Märchen) (von althochdeutsch hagazussa: Zaunreiterin), im Volksaberglauben eine geheimnisvolle, zauberkundige Frau (Hexe). Als Figurenstereotyp in Märchen wie Hänsel und Gretel und Sagen (Hexensabbat auf dem Blocksberg) erscheint sie meist als alte und hässliche Schreckgestalt mit Buckel, die Unzucht mit dem Teufel treibt, auf einem Besen durch die Lüfte reitet und Menschen und Tieren Schaden zufügt. Die Wirksamkeit ihrer magischen Kräfte soll zu bestimmten Zeiten wie zur Osternacht, zum Andreastag oder zur Walpurgisnacht besonders groß sein. Der älteste Beleg der Bezeichnung ist aus althochdeutschen Glossen des 9. und 10. Jahrhunderts überliefert. Der Begriff verbreitete sich im 13. und 14. Jahrhundert durch die Theologen der mittelalterlichen Kirche und war im Rahmen der Hexenverfolgung inhaltlich durch päpstliche Bullen, staatliche Gesetzgebung und Literatur (Hexenhammer von 1487) definiert. Doch bestanden schon in der Antike, wo Thessalien als Hexenland fungierte, bei den Germanen und anderen alteuropäischen Völkern sowie im Orient Vorstellungen von weiblichen Unholden, an die der spätere Volksaberglaube anknüpfen konnte. Heute noch geben Bezeichnungen wie Hexenschuss, Hexenkraut und Hexenbesen Zeugnis vom mittelalterlichen Hexenwahn.
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