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Windows Live® Suchergebnisse Historismus (Geschichte)Enzyklopädieartikel
Historismus (Geschichte), geschichtsbezogene Denk- und Betrachtungsweise, die die Geschichte vor allem unter dem Aspekt der historischen Entwicklung betrachtet und die Einmaligkeit der historischen Erscheinungen betont. Der Historismus versucht, den Platz des Menschen in der Welt durch die Analyse der Geschichte zu erkennen. Dies soll durch die historische, also quellenkritische, Methode bewirkt werden, entwickelt u. a. von Leopold von Ranke, um Objektives über die Vergangenheit aussagen zu können. Diese historische Methode wurde von allen geisteswissenschaftlichen Disziplinen übernommen. Friedrich Nietzsche kritisierte den Historismus als Erster 1874 in seinem Werk Unzeitgemäße Betrachtungen. Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben: Der Historismus kümmere sich nur um die Geschichte und mache unfähig, die Probleme des Lebens der Gegenwart zu lösen. Max Weber löste in seinen wissenschaftstheoretischen Arbeiten das Problem, indem er wissenschaftliche Tatsachenerkenntnis trennte von normativer Werteerkenntnis. In neuerer Zeit wurde der Historismus überwunden durch die Einbeziehung sozialwissenschaftlicher Methoden, in der DDR durch die Übernahme der marxistischen Geschichtswissenschaft. Der von Karl R. Popper kritisch verwendete Begriff Historizismus bezeichnet eine historische Denkweise (besonders den Marxismus), die durch das Erkennen eines gesetzmäßigen Ablaufs der Geschichte Voraussagen für die Zukunft zu machen versucht.
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