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Indigene Völker

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Wohnformen der indigenen Bevölkerung AmerikasWohnformen der indigenen Bevölkerung Amerikas

Indigene Völker, im weitesten Sinne Nachkommen von Kulturen, Bevölkerungsgruppen oder Ethnien, die das heutige Gebiet eines Landes bereits vor der Eroberung durch eine andere Kultur bewohnten und die in ihrer Gesamtheit der Kolonialisierung (meist europäischer) Eroberer ausgesetzt waren bzw. noch heute von den Folgen kolonialer Eroberungen betroffen sind.

Die kontrovers diskutierte und noch nicht allgemein gültig definierte Bezeichnung ist auch aufgrund ihrer völkerrechtlichen Konsequenzen sehr umstritten, weshalb häufig auch von der indigenen Bevölkerung eines Staates gesprochen wird. Der Begriff indigene Völker und seine vorläufige Definition stammen aus den siebziger Jahren, als im Auftrag der Vereinten Nationen eine Studie über die Diskriminierung indigener Bevölkerungen erstellt wurde. Ein internationales Forum besitzen die so genannten indigenen Völker seit 1982 bei den Vereinten Nationen mit der Working Group on Indigenous Populations, einer Arbeitsgruppe, die der Unterkommission zur Verhinderung von Diskriminierung und zum Schutz von Minderheiten zugeordnet ist, die wiederum der Menschenrechtskommission bzw. deren Nachfolger, dem Menschenrechtsrat, untersteht. Der Arbeitsgruppe wurden zwei Aufgabenbereiche in Form eines doppelten Mandats zugeteilt: Sie sollte Entwicklungen zur Förderung der Menschenrechte von indigenen Völkern auf nationaler Ebene beobachten und langfristig internationale Standards für die Rechte dieser Völker ausarbeiten. Aus der Arbeit der Arbeitsgruppe entstand 1993 der Entwurf einer Deklaration über die Rechte indigener Völker (Draft Declaration on Indigenous Rights). Wichtigste Punkte dieser Deklaration sind das Selbstbestimmungsrecht der indigenen Völker, die Gewährung kultureller und religiöser Rechte sowie das Recht der indigenen Völker auf ihr Land und auf die dort liegenden Bodenschätze. Aber erst nach mehr als 20-jährigen Verhandlungen, erst als ein Passus hinzugefügt wurde, dem zufolge die territoriale Integrität und politische Einheit souveräner Länder durch die Rechte der indigenen Völker nicht eingeschränkt werden darf, verabschiedete die UN-Generalversammlung 2007 die Deklaration. Rechtlich bindend wird die Deklaration jedoch erst mit der Umsetzung in nationales Recht.

Schätzungen zufolge gehören rund 370 Millionen Menschen in 70 Ländern indigenen Völkern an. Sie machen etwa 4 Prozent der Weltbevölkerung aus. Zumeist bilden sie innerhalb eines Staates eine zahlenmäßige Minderheit (etwa die Aborigines in Australien). Sowohl im politischen als auch im sozialen und wirtschaftlichen Bereich gehören sie zu den am meisten benachteiligten Bevölkerungsgruppen, wobei Völkermord, Vertreibung von den traditionell bewohnten Gebieten, Landraub, kulturelle Entwurzelung und Zwangsintegration in die dominierende Gesellschaft nicht nur historische Erfahrungen sind, sondern auch heute noch zu den aktuellen Problemen indigener Völker zählen.

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