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Indogermanen

Enzyklopädieartikel

Indogermanen oder Indoeuropäer, von dem deutschen Orientalisten Julius Klapproth 1823 geprägte Bezeichnung für diejenigen Völker, die sich einer indogermanischen Sprache bedienten bzw. bedienen, im engeren Sinn Bezeichnung für die vorgeschichtliche Bevölkerungsgruppe, die als Trägerin der indogermanischen Ursprache angesehen wird. Der Begriff entstand aus der Verbindung der beiden Völkernamen Inder (im Südosten) und Germanen (im Nordwesten des Verbreitungsgebietes der indogermanischen Sprachen). Dem vorwiegend in Deutschland verwendeten Begriff Indogermanen entspricht die von dem englischen Physiker Thomas Young eingeführte, neutralere Bezeichnung „Indoeuropäer”, die sich außerhalb des deutschen Sprachraumes durchsetzte.

Das Siedlungsgebiet der indogermanischen Bevölkerungsgruppen erstreckte sich zu Beginn der geschichtlichen Überlieferung über ganz Europa bis nach Vorderasien und Vorderindien. Als Urheimat der Indogermanen galt in der älteren Forschung lange Zeit Zentralasien, dann lokalisierte man ihr Herkunftsgebiet in Nord-, Mittel- und Osteuropa; die jüngere Forschung schließlich grenzte ihre Heimat auf Mittel- respektive Osteuropa ein. Eine weitere Theorie geht davon aus, dass das ursprüngliche Kerngebiet der Indogermanen im Osten lag; dann bewegten sie sich nach Westen und verteilten sich von dort aus. Die Verbreitung der Indogermanen ging archäologischen Befunden zufolge vor allem mit der spätjungsteinzeitlichen Streitaxt- bzw. Schnurkeramikkultur einher.

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