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Windows Live® Suchergebnisse InzuchtEnzyklopädieartikel
Inzucht, Paarung von Individuen, die näher miteinander verwandt sind, als dies bei einem zufällig ausgewählten Individuenpaar einer Population der Fall wäre. Bei Inzucht nimmt Reinerbigkeit (Homozygotie, siehe Genetik) zu, und die Merkmalsausprägungen liegen oft in erbreinen Stämmen vor. Dies wird bei der Züchtung von Nutztieren und Kulturpflanzen genutzt, um gewünschte Eigenschaften auszulesen. Die Gefahr bei Inzucht ist jedoch, dass unerwünschte Anlagen ebenfalls homozygot (reinerbig) weitergegeben werden und in Erscheinung treten (z. B. Albinismus). Fortgesetzte Inzucht kann zur Degeneration führen, die verminderte Vitalität mit sich bringt und im schlimmsten Fall letal wirken kann, d. h., der Träger dieser Erbinformation ist nicht lebensfähig. Beim Menschen scheint das Risiko Verwandter vom Grad der Vettern und Cousinen, gemeinsam ein behindertes Kind zu zeugen, nur geringfügig größer zu sein als das nicht verwandter Eltern (Journal of Genetic Counseling, 2002). Auch in der freien Natur ist Inzucht möglich, wenn beispielsweise eine Kleinstpopulation von nur einem begatteten Weibchen begründet wird. Diese Gründerpopulation hat eine niedrigere genetische Variabilität als die Ursprungspopulation, und es wird sich zunächst der Homozygotiegrad erhöhen. Es können sich deshalb nachteilige Mutationen ausbreiten, die zufällig im Erbgut der Gründer vorhanden sind. Ein Inzuchtrisiko besteht auch, wenn sich eine Population verkleinert. So wurde in den USA beobachtet, dass die Weibchen einer durch Lebensraumzerstörung schrumpfenden Population von Präriehühnern zunehmend unbefruchtete Eier legten. Dies war offensichtlich eine Folge der Inzucht, denn der Trend kehrte sich um, nachdem Forscher Vögel aus anderen Populationen ausgesetzt hatten. Inzucht muss aber nicht immer negativ sein; so haben z. B. vom Menschen mit wenigen Gründertieren nach Neuseeland eingeführte Arten wie Fasan, Kaninchen, Rothirsch oder Honigbiene diese Inseln erfolgreich besiedelt. Eine verwildert in einem nordenglischen Park lebende Herde aus 50 genetisch weitestgehend identischen Chillingham-Rindern wies keine erkennbaren Schäden auf, obwohl die Rinder drei Jahrhunderte nicht mit fremden Tieren gekreuzt worden waren. Und an dem westafrikanischen Buntbarsch Pelvicachromis taeniatus wurde experimentell beobachtet, dass Tiere beider Geschlechter nahe Verwandte als Paarungspartner bevorzugten: Miteinander verwandte Eltern kooperierten bei der späteren Brutpflege besser als nicht verwandte Partner; genetische Schäden wurden bei den Nachkommen nicht festgestellt (Current Biology, 2007).
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